K. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EWEB) (seit 1991)

Datum

26.1.2022

Lesezeit

3 Minuten

Autor

Autorin

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Über den Autor

Über die Autorin

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Der Zusammenbruch des Kommunismus

Die EU hat diese Bank nach dem Zusammenbruch der kommunistisch organisierten Wirtschaft in den Ländern des Ostblocks  gegründet. Denn nicht nur die Sowjetunion war kollabiert, sondern das kommunistische Wirtschaftssystem hatte abgewirtschaftet. Besonders gut nachvollziehbar, weil sichtbar, war das in der alten DDR. Sie hatte die Infrastruktur sowie den Großteil der alten Wohn-Gebäude  seit Jahrzehnten nicht gepflegt. Zum Teil war das Alles vollkommen marode oder bereits zusammengebrochen. Auch in die Industriebetriebe hatte die kommunistische Wirtschaft nicht investiert. Die Industrie verpestete die Umwelt – die Böden und Gewässer und Flüsse und die Luft – in einem desaströsen Ausmaß. Und die Betriebe waren technisch nicht auf einem Stand, der sie konkurrenzfähig mit einer nicht kommunistisch organisierten Wirtschaft hätte halten können.

Warum die Wirtschaft die Basis für den Neuaufbau wurde

Es gab kaum Betriebe, die übernommen und weiter geführt hätten können. Das Ziel der neuen Bank war und ist es daher, den Aufbau eines freien, selbst bestimmten und privaten Unternehmertums zu unterstützen. Dieses ist zunächst mal durch Privateigentum gekennzeichnet, das in das eigene Unternehmen investiert wird. Die Unterstützung und Hilfe bei dem Aufbau Eigentumsbasierter Unternehmen durch die Vergabe von Finanzmitteln sollte und soll also zum Entstehen einer kapitalorientierten Marktwirtschaft beitragen. Aber nicht nur die Wirtschaft, sondern auch Banken sollten und sollen unterstützt werden. Beides geschieht durch Kreditvergabe und durch Kapitalbeteiligungen.

Kleiner Exkurs zu Privateigentum und Freiheit

Hinter der Förderung zur Entstehung einer marktwirtschaftlichen organisierten Wirtschaft steht eine bestimmte „Philosophie“. Sie geht von der Annahme aus, dass eine solche  Wirtschaft mit der Zeit am ehesten zu einer breiten Verteilung von Wohlstand beiträgt. Historisch hat sie nach einer gewissen Zeit meistens zu der Herausbildung einer Mittelschicht geführt. Diese entwickelte Interesse an der Gestaltung und Beteiligung der Gesellschaft und des Staates. Das Interesse daran bezog sich zunächst mal auf Freiheitsrechte für die Wirtschaft und für die Entwicklung eines freien Handels. Eigentum und Freiheit: John Locke hat diesen Dualismus theoretisch fundiert und beschrieben.  Aber einhergehend damit entwickelte sich in der Regel auch ein selbstbewusstes Bürgertum, das weitere Freiheitsrechte für sich einforderte. Und damit begann historisch in der frühen Neuzeit die Entwicklung der Demokratie.

Keine privat-kapitalistische Wirtschaft ohne Kontrolle

Aufgrund der weiteren historischen Erfahrung in und mit der kapitalistischen Wirtschaft müssen dann allerdings Regeln zur staatlichen Kontrolle der Wirtschaft entwickelt werden. Denn die Unternehmen tendieren nach einiger Zeit dazu, das Kapital zu sehr zu konzentrieren und Großunternehmen, Kartelle und schließlich Monopole zu entwickeln. Diese Macht zu kontrollieren ist keine leichte politische Aufgabe. Aber ohne diese Macht-Kontrolle kann eine Demokratie nicht funktionieren.

Wer trägt und finanziert die Bank für Wiederaufbau

Logo, Wikimedia, Public Domain

Neben der Europäischen Kommission und der Europäischen Investitionsbank (EIB, s. den vorigen Blog) gibt es um die 60 Länder, die Anteilseigner der European Bank sind. Der Sitz der Institution ist in London. (Vermutlich muss man inzwischen sagen: war in London, aber dazu finden wir noch keine neuen Informationen)

Aus Deutschland war Horst Köhler 1998 – 2000 zwei Jahre Präsident der Bank, später  Thomas  Mirow von 2008 – 2012.

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Über die Autoren

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Dr. Jutta Lange-Quassowski

Der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Bernd-Peter Lange studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Bonn, wo er die 1. jur. Staatsprüfung 1963 ablegte. 1966 erwarb er den Diplom Volkswirt und wurde 1967 zum Dr. jur. promoviert.

Nach seiner Mitarbeit am Institut für Konzentrationsforschung an der Freien Universität Berlin hat er 1972 eine umfassende Analyse der Antitrust-Politik in de n USA veröffentlicht.

Zunächst war er drei Jahre als Assistenzprofessor am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der FU Berlin tätig. Von 1974 bis zu seiner Emeritierung 2004 hatte er einen Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie an der Universität Osnabrück. Neben der Lehrtätigkeit war er stark in der akademischen Selbstverwaltungengagiert. Gleichzeitig war er Mitglied in zahlreichen Kommissionen der wissenschaftlichen Politikberatung sowohl auf der Ebene einzelner Bundesländer wie auch auf der Ebene der Bundesrepublik.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Medienökonomie, Technik-Folgenabschätzung und Krisenanalysen aus wirtschaftlicher, sozialer und rechtlicher Sicht.

Eine neue Aufgabe

Von Anfang 1993 bis Ende 1999 war er beurlaubt, um das Europäische Medieninstitut in Düsseldorf als dessen Generaldirektor zu leiten. Das Institut hatte Mitarbeiter aus 12 verschiedenen Ländern. Schwerpunkte der Arbeit dort waren

  • die unabhängige Beobachtung der Medien bei Wahlen in zentral- und osteuropäischen Ländern im Auftrag der EU Kommission mit mehr als 30 umfassenden Missionen
  • die jährliche Veranstaltung eines europäischen Film- und Fernsehforums, jeweils in einem anderen europäischen Land und
  • die vergleichende Medienforschung.

Er hat zahlreiche Artikel und umfassende Publikationen zu den Forschungsschwerpunkten verfasst, sowie zu den Themen des Europäischen Medieninstituts.

Er ist Inhaber des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse seit Mai 2001.

Dr. Jutta Lange-Quassowski, seine Frau ist Diplom Politologin (Berlin) und promovierte in Göttingen zum Dr. disc. pol.

Sie leitete gut 25 Jahre die Ernst-Strassmann-Stiftung. Schwerpunkt der Arbeit war die Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit.

Zusätzlich ist sie kontinuierlich ehrenamtlich tätig und ist intensiv in die Arbeit an Europaedia eingebunden.

Sie sind glücklich verheiratet und haben 3 Söhne und 3 Enkelkinder.

Fakten, Mythen und die Seele Europas.

Bei Europaedia geht es um die verständliche Präsentation von Fakten und das Hinterfragen von Narrativen. Wir wollen nicht nur Probleme aufzeigen, sondern auch die „Seele“ der europäischen Gemeinschaft – ihre Kultur und Werte.

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