Internationaler Nordsee-Gipfel in Hamburg

Datum

3.2.2026

Lesezeit

3 Minuten

Autor

Autorin

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Über den Autor

Über die Autorin

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Entstehung in Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine

Auf Initiative Dänemarks fand 2022 der erste Gipfel in Dänemark statt. Dänemark lud vier Anrainer-Staaten ein. Ziel, die gemeinsamen Abhängigkeiten von fossilen Brennstoffen aus Russland zu vermindern und Wege für die die offshore- Energie der Nordsee zu stärken. 2023 folgte Belgien mit der Einladung an zusammen neun Anrainer-Staaten. Sie beschlossen, die Nordsee zum “grünen Kraftwerk für Europa” auszubauen und gemeinsam bis zu 300 Gigawatt Leistung bis 2050 in der Nordsee zu installieren.

In Hamburg jetzt zum 3. Gipfel kam auch die EU-Kommission sowie die NATO dazu, sowie viele Vertreter von Unternehmen, Verbänden und NGOs. Denn ein wichtiges Thema war der Schutz kritischer Infrastruktur. Ein weiteres die grenzüberschreitende Planung und Finanzierung von offshore-Windparks und nicht zuletzt die Schaffung geeigneter Investitionsbedingungen.

Vorteile der großflächigen Kooperationen

Nun plant und baut nicht mehr ein Staat allein, sondern die regionale Kooperation über Ländergrenzen hinweg wird gestärkt. Auch die Finanzierung nicht nur der Windparks, sondern auch der dazugehörigen Stromnetze soll koordiniert erfolgen. Dadurch können Firmen die Flächen effizienter nutzen und Verschattungen reduzieren. So können sie den output an Energie wie auch den Gewinn maximieren bzw. Kosten senken. Und sie verbessern damit auch die Resilienz der Energiesysteme.

„Konkret haben sich die Nordsee-Staaten darauf geeinigt, bis zu 100 GW Erzeugungsleistung grenzüberschreitend zu vernetzen.“ Aufgrund der stabilen staatlichen Zusagen verpflichtet sich die Branche der Betreiber in Europa 9,5 Milliarden Euro bis 2030  in neue Produktionskapazitäten zu investieren und 91.000 zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. Auch zu Kostensenkungen verpflichtet sie sich.

Ein besonderer Pluspunkt für Hamburg: Das frühere Kohlekraftwerk Moorburg, das Strom erzeugt hat, wird abgerissen. Dort entsteht ein großer Hub für grünen Wasserstoff mit einem 40 km langen Verteilnetz. Damit wird ab 2027 die Industrie Hamburgs, sowie die Hafenwirtschaft dekarbonisiert. Der offshore-Windpark liefert einen Teil des Stroms für den Wasserstoff, da die Flächen an Land nicht ausreichen.

Die Ergebnisse umfassen zwischenstaatliche Gipfel-Erklärungen auf verschiedenen Ebenen. Vor allem haben einige Staatenlenker/innen Abkommen zu Kooperationsprojekten geschlossen. Außerdem ist ein wichtiges Ergebnis die Vereinbarung mit der Industrie.

Ein geopolitisches Ereignis

Die Anwesenheit der EU Kommission  zeigt, wie wichtig der Aspekt der Umweltpolitik ist: Die Staaten wollen den Nordseeraum als „weltweit größten Hub für saubere Energie“ ausbauen.

Vermutlich sind diese Planungen auch eine Reaktion auf die immer größere Zahl von Stilllegungen von Atomkraftwerken in Westeuropa – zwanzig zwischen 2020 und 2025. Auch wird bis zum Herbst 2027 jeglicher Gasimport aus Russland beendet sein.

Und die Anwesenheit der NATO zeigt, als wie notwendig die Beteiligten dabei alle Fragen der Sicherheit bewerten. Vermutlich spielen dabei auch die Schiffe der Schattenflotte eine nicht zu unterschätzende Rolle.  Und wohl auch weitere „Vorkommnisse“ der letzten Jahre wie z.B. Versuche der Zerstörung von Unterwasserkabeln.

Nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs in Europa rücken also Fragen der Sicherheit in die vorrangige Aufmerksamkeit der Europäer. Das bedeutet, die dafür erforderlichen Netze müssen nicht nur ausgebaut, sondern auch geschützt werden. Das hat z.B. auch der Anschlag auf das Stromnetz in Berlin, der den gesamten Südwesten der Stadt im kalten Winter lahmgelegt hat, überdeutlich gemacht.

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Über die Autoren

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Dr. Jutta Lange-Quassowski

Der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Bernd-Peter Lange studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Bonn, wo er die 1. jur. Staatsprüfung 1963 ablegte. 1966 erwarb er den Diplom Volkswirt und wurde 1967 zum Dr. jur. promoviert.

Nach seiner Mitarbeit am Institut für Konzentrationsforschung an der Freien Universität Berlin hat er 1972 eine umfassende Analyse der Antitrust-Politik in de n USA veröffentlicht.

Zunächst war er drei Jahre als Assistenzprofessor am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der FU Berlin tätig. Von 1974 bis zu seiner Emeritierung 2004 hatte er einen Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie an der Universität Osnabrück. Neben der Lehrtätigkeit war er stark in der akademischen Selbstverwaltungengagiert. Gleichzeitig war er Mitglied in zahlreichen Kommissionen der wissenschaftlichen Politikberatung sowohl auf der Ebene einzelner Bundesländer wie auch auf der Ebene der Bundesrepublik.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Medienökonomie, Technik-Folgenabschätzung und Krisenanalysen aus wirtschaftlicher, sozialer und rechtlicher Sicht.

Eine neue Aufgabe

Von Anfang 1993 bis Ende 1999 war er beurlaubt, um das Europäische Medieninstitut in Düsseldorf als dessen Generaldirektor zu leiten. Das Institut hatte Mitarbeiter aus 12 verschiedenen Ländern. Schwerpunkte der Arbeit dort waren

  • die unabhängige Beobachtung der Medien bei Wahlen in zentral- und osteuropäischen Ländern im Auftrag der EU Kommission mit mehr als 30 umfassenden Missionen
  • die jährliche Veranstaltung eines europäischen Film- und Fernsehforums, jeweils in einem anderen europäischen Land und
  • die vergleichende Medienforschung.

Er hat zahlreiche Artikel und umfassende Publikationen zu den Forschungsschwerpunkten verfasst, sowie zu den Themen des Europäischen Medieninstituts.

Er ist Inhaber des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse seit Mai 2001.

Dr. Jutta Lange-Quassowski, seine Frau ist Diplom Politologin (Berlin) und promovierte in Göttingen zum Dr. disc. pol.

Sie leitete gut 25 Jahre die Ernst-Strassmann-Stiftung. Schwerpunkt der Arbeit war die Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit.

Zusätzlich ist sie kontinuierlich ehrenamtlich tätig und ist intensiv in die Arbeit an Europaedia eingebunden.

Sie sind glücklich verheiratet und haben 3 Söhne und 3 Enkelkinder.

Fakten, Mythen und die Seele Europas.

Bei Europaedia geht es um die verständliche Präsentation von Fakten und das Hinterfragen von Narrativen. Wir wollen nicht nur Probleme aufzeigen, sondern auch die „Seele“ der europäischen Gemeinschaft – ihre Kultur und Werte.

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