Agenturen der EU, die wichtigsten

Datum

28.5.2025

Lesezeit

4 Minuten

Autor

Autorin

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Über den Autor

Über die Autorin

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Eine Liste der wichtigsten dezentralen Agenturen der EU – jeweils Name, Standort und Gründungsdatum.

Hier  sind 23 ausgesucht.

2017 gab es 45 dieser Agenturen, die durch Rechtsakte der Organe gegründet wurden, also durch Sekundärrecht.

NameSitzGründungEuropäische Stiftung zur Verbesserung derArbeits- und Lebensbedingungen (EUROFOUND)Dublin   1975Europäische Umweltagentur (EEA)Kopenhagen   1994* s.u.Europäische Stiftung für Berufsbildung (ETF)Turin           1994Europäische Arzneimittelagentur   (EMA)(u.a. Zulassung von Impfstoffen)Amsterdam   1995Europäische Agentur für  Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA)Bilbao         1996Europäisches Polizeiamt (EUROPOL)(u.a. zum Erlass europäischer Haftbefehle) Den Haag1999Europäische Einheit für justizielleZusammenarbeit (Eurojust) Den Haag2002Europäische Behörde für dieLebensmittelsicherheit (EFSA)Parma2002Europäische Agentur für GlobalNavigation Satellite Systems (GSA)Prag2004Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA)( u.a. zuständig für die Vergabe von Landerechten vonFluggesellschaften)Köln2003Europäische Verteidigungsagentur(EDA)(gemeinsame Rüstungsplanung, -beschaffung und -forschung,zentrale Institution im Rahmen der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik)Brüssel       2004Eisenbahnagentur der EU (ERA)Valenciennes/Lille2004Europäische Agentur für die Grenz- und Küstenwache (FRONTEX)Warschau  2005Agentur der EU für Cybersicherheit (ENIS)Iraklion (Kreta)2005**s.u.Europäisches Institut für Gleichstellungsfragen (EIGE)Vilnius2006Agentur der EU für Grundrechte (FRA)Wien2007Europäische Chemikalienagentur (ECHA)Helsinki2007Agentur zur Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden (ACER)Ljubljana2009Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA)Paris2011Europäische Wertpapier- undMarktaufsichtsbehörde (ESMA)Paris2011Europäische Aufsichtsbehörde fürdas Versicherungswesen undbetriebliche Altersversorgung (EIOPA)Frankfurt2011Abwicklungsgremium des einheitlichenBankenabwicklungsmechanismus (SRD) - im AufbauBrüssel2015Europäische PatentorganisationMünchenDies ist eine zwischenstaatliche Organisation, die 1977 durch das Europäische  Patentübereinkommen (EPU) geschaffen wurde.  Ihre Organe sind das Europäische Patentamt (EPA in München) und der Verwaltungsrat. Das EPA ist zuständig für die Erteilung europäischer Patente.

Das Europäische Einheitspatent

Seit Mitte der  70er Jahre ist es in der Planung. 25 der 27 EU Mitgliedsstaaten – außer Kroatien und Spanien – wollen nun im Rahmen der verstärkten Zusammenarbeit entsprechende Gesetze verabschieden.

Dann ist nicht mehr die jeweilige nationale Zertifizierung eines Patents erforderlich. Dies führt zur Senkung der Kosten bei der Anmeldung von bis zu 32 000,- Euro.                           Die Erneuerung eines Einheitspatents für 10 Jahre soll von etwa 30 000,- Euro auf 4 700,- Euro gesenkt werden.                                                                                                                                     Die EU Kommission erhofft sich einen Innovationsschub und einen leichteren Austausch von Wissen im Binnenmarkt.                                                                                                                               (Legal Tribune Online 25.11.2020: „Das Europäische Einheitspatent kommt“).

*  Luftverschmutzung

Am 8.9.2020 hat die EEA, deutsch EUA, bekannt gegeben, dass jährlich in der EU 400.000 Menschen vorzeitig durch dreckige Luft sterben.

Die Luftverschmutzung fordert also das verfrühte Sterben von Müttern und Großmüttern, von Kindern, vermutlich besonders Klein-Kindern, sowie von Vätern und Großvätern.

Eine mittlere Stadt in Deutschland hat 20-100.000 Einwohner*innen.    Vier Städte mit um die 100.000 Einwohnern sind z.B. Kaiserslautern, Trier, Salzgitter und Jena.                      Übersetzt  bedeutet  400.000 Menschen: Alle Einwohner dieser Städte sterben einen frühzeitigen Tod.

Aber eigentlich ist die Veröffentlichung der EEA eine optimistische Nachricht. Denn sie schreibt: vor 30 Jahren, also 1990 lag die vorzeitige Sterberate mit 1 Million weit mehr als doppelt so hoch. Das bedeutet, dass die EU mit ihren Umweltgesetzen schon sehr viel erreicht hat.

Um so wichtiger ist es, dass die EU weiter konsequent ihre Vertragsverletzungsverfahren umsetzt. Sie sollte nicht wegschauen, wenn die Nationalstaaten sich nicht an die EU-Gesetze halten. Ebenso sollte kein Spielraum sein, die Umsetzung um Jahre hinaus zu  zögern.

In beiden Fällen sollten die Anforderungen der EU sehr viel strikter werden.

** Die Agentur für Cyberkriminalität

Mitten in der Corona-Pandemie haben Hacker die Uni-Klinik Düsseldorf lahmgelegt. Der Bericht von „Die Zeit“ (10.12.2020) darüber sagt, dass mit der Cyberkriminalität schon im letzten Jahrzehnt mehr Geld „verdient“ worden ist, als mit dem weltweiten Drogenhandel. Bei einer Uni-Klinik aber geht es schnell um Leben und Tod. Nach einer Nachricht der Klinik an die Adresse der Erpresser schickten diese wundersamerweise den digitalen Schlüssel zurück. Sie hatten die Universität treffen wollen, nicht die Klinik. Der Wiederaufbau des Systems allerdings wird  Monate dauern. Aber wenigstens die Notaufnahme funktioniert nach 13 Tagen wieder. Hinter dem Angriff, so besagt die Analyse, steckt ein Werkzeug einer russischen Hackergruppe, um Lösegeld zu erpressen. Die Agentur ist also enorm wichtig. Allerdings wird sie in dem Bericht mit keinem Wort erwähnt. Nur dass das Gesundheitsministerium den klammen Krankenhäusern unter bestimmten Bedingungen Geld zur Verbesserung ihrer IT-Systeme zur Verfügung stellen will.

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Über die Autoren

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Dr. Jutta Lange-Quassowski

Der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Bernd-Peter Lange studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Bonn, wo er die 1. jur. Staatsprüfung 1963 ablegte. 1966 erwarb er den Diplom Volkswirt und wurde 1967 zum Dr. jur. promoviert.

Nach seiner Mitarbeit am Institut für Konzentrationsforschung an der Freien Universität Berlin hat er 1972 eine umfassende Analyse der Antitrust-Politik in de n USA veröffentlicht.

Zunächst war er drei Jahre als Assistenzprofessor am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der FU Berlin tätig. Von 1974 bis zu seiner Emeritierung 2004 hatte er einen Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie an der Universität Osnabrück. Neben der Lehrtätigkeit war er stark in der akademischen Selbstverwaltungengagiert. Gleichzeitig war er Mitglied in zahlreichen Kommissionen der wissenschaftlichen Politikberatung sowohl auf der Ebene einzelner Bundesländer wie auch auf der Ebene der Bundesrepublik.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Medienökonomie, Technik-Folgenabschätzung und Krisenanalysen aus wirtschaftlicher, sozialer und rechtlicher Sicht.

Eine neue Aufgabe

Von Anfang 1993 bis Ende 1999 war er beurlaubt, um das Europäische Medieninstitut in Düsseldorf als dessen Generaldirektor zu leiten. Das Institut hatte Mitarbeiter aus 12 verschiedenen Ländern. Schwerpunkte der Arbeit dort waren

  • die unabhängige Beobachtung der Medien bei Wahlen in zentral- und osteuropäischen Ländern im Auftrag der EU Kommission mit mehr als 30 umfassenden Missionen
  • die jährliche Veranstaltung eines europäischen Film- und Fernsehforums, jeweils in einem anderen europäischen Land und
  • die vergleichende Medienforschung.

Er hat zahlreiche Artikel und umfassende Publikationen zu den Forschungsschwerpunkten verfasst, sowie zu den Themen des Europäischen Medieninstituts.

Er ist Inhaber des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse seit Mai 2001.

Dr. Jutta Lange-Quassowski, seine Frau ist Diplom Politologin (Berlin) und promovierte in Göttingen zum Dr. disc. pol.

Sie leitete gut 25 Jahre die Ernst-Strassmann-Stiftung. Schwerpunkt der Arbeit war die Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit.

Zusätzlich ist sie kontinuierlich ehrenamtlich tätig und ist intensiv in die Arbeit an Europaedia eingebunden.

Sie sind glücklich verheiratet und haben 3 Söhne und 3 Enkelkinder.

Fakten, Mythen und die Seele Europas.

Bei Europaedia geht es um die verständliche Präsentation von Fakten und das Hinterfragen von Narrativen. Wir wollen nicht nur Probleme aufzeigen, sondern auch die „Seele“ der europäischen Gemeinschaft – ihre Kultur und Werte.

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