Europas größter Batteriespeicher demnächst in Niedersachsen

Datum

13.10.2025

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3 Minuten

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Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Über den Autor

Über die Autorin

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Das Großprojekt in Alfeld

Strom aus Erneuerbaren fließt nicht so konstant wie der aus fossilen Quellen. Selbst an einem einzigen Tag kann die Schwankungsbreite zu groß sein, um alle zuverlässig mit Strom zu versorgen. Die Stromnetze müssen unterstützt werden. Deshalb sind vermehrt Speicher notwendig, die eine  Überschussproduktion auffangen können, um den Strom bei Windflaute oder mangelnder Sonnenabstrahlung wieder abgeben zu können.

Niedersachsen hat nun die Genehmigung erteilt, einen Großspeicher zu bauen. Statt einer Stunde kann dieser zwei Stunden Strom speichern.  Der Batteriegroßspeicher wird eine Leistung von 137,5 Megawatt und eine Speicherkapazität von 275 Megawattstunden haben. Die Kapazität des geplanten Alfelder Speichers soll ausreichen, um eine Million Haushalte für eine Stunde mit Strom zu versorgen.

Weitere Stromspeicher in Planung

Da Speicherkapazitäten in erheblichem Umfang notwendig sind, um die Energiewende voran zu treiben, sind weitere Großspeicher in Planung. Mehrere Unternehmen, deutsche, wie europäische und sogar US-amerikanische beteiligen sich an diversen Planungen. So soll in Sachsen-Anhalt  ein noch größerer Speicher entstehen mit 300 Megawatt. Auch für  die Oberlausitz gibt es Pläne. Über die Jahre  ist das Ziel, zwei bis drei Millionen Haushalte kontinuierlich mit erneuerbarer Energie zu versorgen. Die genannten Standorte bieten sich geradezu als Standorte an, weil dort stillgelegte Kraftwerke genutzt werden können.  Und weitere Unternehmen möchten an zusätzlichen Standorten Speicher bauen, wenn auch kleineren Ausmaßes.

Einmal errichtet, können sie fern gewartet werden. Das alles ist notwendig, denn der Ausbau der Erneuerbaren schreitet ja zügig voran. Während wir in Deutschland jetzt zu gut 40% Strom aus Erneuerbaren haben, sollen es 2030 um die 65% sein.

Das Gute: Die Großspeicher-Anlagen sind schnell zu errichten und relativ einfach. Die Batterien, meist Lithium-Eisenphosphat-Batterien (aus China) sind in vorgefertigten Containern untergebracht. Die Herstellerfirma  liefert die Speicher schlüsselfertig.  Betreiber müssen lediglich das Fundament vorbereiten und für einen leistungsfähigen Stromanschluss sorgen. Je zwei Container mit Batterien bilden eine Einheit mit einer dritten Kiste mit einem Wechselrichter. Der Wechselstrom wird darin in Gleichstrom umgewandelt. Und ein Trafo reduziert die Spannung für die meist ein- bis zweistündige Speicherung.

Geschätzter Speicher-Bedarf 2030

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) hat dazu eine Untersuchung gemacht. Diese schätzt den Bedarf für Deutschland auf  83 Gigawattstunden. Das sei in etwa das 200fache der derzeitigen Kapazität. Der Bund plant 50 Gigawattstunden, die bis zum Jahr 2045 vorhanden sein müssten. Andere Quellen kommen zu anderen Berechnungen. Insofern ist es gut zu hören, dass sich auch z.B. VW um Riesen-Speicher – 700 Megawattstunden – für sein Werk bemühen will.

In Bezug auf die Installation von Großspeichern scheint sich ein Boom abzuzeichnen. Experten sehen einen starken Preisverfall bei den Batterien und damit die Chance auf große Gewinnmöglichkeiten für die Energieunternehmen. Das wird vermutlich weitere Investoren anlocken. Denn die Betreiber der Großspeicher könnten den Strom  z.T. tagsüber günstig einkaufen und abends teuer verkaufen. Und es gibt weitere Vorzüge, wie geringere Netzentgelte und Steuern etc. Aber über die künftigen Rahmenbedingungen tobt derzeit ein Streit, da die derzeitige Regulierung nur noch vier Jahre lang gilt.

Allerdings besitzen auch die gut 1,5 Millionen Heim-Speicher, die private Hausbesitzer von Solaranlagen dazu gebaut haben,  bereits eine Gesamt-Kapazität von 13 Gigawattstunden in Betrieb. Nachgedacht wird u.a. auch darüber, inwiefern Autobatterien als Reserve einbezogen werden können. Dafür braucht es allerdings bidirektionales Laden in den Autos, sowie sog. Smart-Meter in den Häusern, die den Stromfluss in beide Richtungen messen können. Voraussetzungen, die in anderen europäischen Ländern bereits umgesetzt werden. Mit anderen Worten, es tut sich viel in Richtung Transformation weg von den Fossilen hin zu den Erneuerbaren.

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Über die Autoren

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Dr. Jutta Lange-Quassowski

Der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Bernd-Peter Lange studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Bonn, wo er die 1. jur. Staatsprüfung 1963 ablegte. 1966 erwarb er den Diplom Volkswirt und wurde 1967 zum Dr. jur. promoviert.

Nach seiner Mitarbeit am Institut für Konzentrationsforschung an der Freien Universität Berlin hat er 1972 eine umfassende Analyse der Antitrust-Politik in de n USA veröffentlicht.

Zunächst war er drei Jahre als Assistenzprofessor am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der FU Berlin tätig. Von 1974 bis zu seiner Emeritierung 2004 hatte er einen Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie an der Universität Osnabrück. Neben der Lehrtätigkeit war er stark in der akademischen Selbstverwaltungengagiert. Gleichzeitig war er Mitglied in zahlreichen Kommissionen der wissenschaftlichen Politikberatung sowohl auf der Ebene einzelner Bundesländer wie auch auf der Ebene der Bundesrepublik.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Medienökonomie, Technik-Folgenabschätzung und Krisenanalysen aus wirtschaftlicher, sozialer und rechtlicher Sicht.

Eine neue Aufgabe

Von Anfang 1993 bis Ende 1999 war er beurlaubt, um das Europäische Medieninstitut in Düsseldorf als dessen Generaldirektor zu leiten. Das Institut hatte Mitarbeiter aus 12 verschiedenen Ländern. Schwerpunkte der Arbeit dort waren

  • die unabhängige Beobachtung der Medien bei Wahlen in zentral- und osteuropäischen Ländern im Auftrag der EU Kommission mit mehr als 30 umfassenden Missionen
  • die jährliche Veranstaltung eines europäischen Film- und Fernsehforums, jeweils in einem anderen europäischen Land und
  • die vergleichende Medienforschung.

Er hat zahlreiche Artikel und umfassende Publikationen zu den Forschungsschwerpunkten verfasst, sowie zu den Themen des Europäischen Medieninstituts.

Er ist Inhaber des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse seit Mai 2001.

Dr. Jutta Lange-Quassowski, seine Frau ist Diplom Politologin (Berlin) und promovierte in Göttingen zum Dr. disc. pol.

Sie leitete gut 25 Jahre die Ernst-Strassmann-Stiftung. Schwerpunkt der Arbeit war die Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit.

Zusätzlich ist sie kontinuierlich ehrenamtlich tätig und ist intensiv in die Arbeit an Europaedia eingebunden.

Sie sind glücklich verheiratet und haben 3 Söhne und 3 Enkelkinder.

Fakten, Mythen und die Seele Europas.

Bei Europaedia geht es um die verständliche Präsentation von Fakten und das Hinterfragen von Narrativen. Wir wollen nicht nur Probleme aufzeigen, sondern auch die „Seele“ der europäischen Gemeinschaft – ihre Kultur und Werte.

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