Weltklimarat, 3. Teil des Berichtes von 2021, 5.4.2022 und März 2023

Datum

18.7.2025

Lesezeit

4 Minuten

Autor

Autorin

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Über den Autor

Über die Autorin

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Menschengemacht: Jetzt wissenschaftlich bewiesen

„Der neue Weltklimabericht, der 6., prognostiziert prägnant zusammengefasst: Die Erderwärmung um 1,5 Grad wird bereits 2030 erreicht. Das sind 10 Jahre früher als bisher angenommen. Selbst bei einer schnellen Begrenzung auf 1,5 Grad werde es häufiger als bisher zu Wetterextremen aller Art kommen und das auf allen Kontinenten.“ Das haben wir im August letzten Jahres geschrieben und ergänzt: Wissenschaftlich bewiesen ist mit diesem Bericht auch die Verursachung der Klimakrise durch den Menschen. Sie setzt mit der Industrialisierung ein.

Nun kommt -noch als Entwurf- der Teil, der unmissverständlich die Handlungsmaximen auflistet, die die Welt umsetzen muss, will sie der Katastrophe entgehen. Die Katastrophe sind jeweils die Kipp-Punkte, also die Punkte des „no return“. Die Punkte, an denen sich die unterschiedlichen Katastrophen jeweils verselbständigen und nicht mehr rückgängig zu machen sind. (vgl. unseren oben verlinkten Artikel zur Klima- und Konjunkturpolitik).

»Die Welt steht am Scheideweg«

Das sagt der Vorsitzende des IPCC-Berichtes bei der Vorstellung am 4.4.2022

Zuerst sind da die Aufgaben für jedes Individuum, die wir unter Punkt eins andeuten. Dann sind die gesamtgesellschaftlich zu regelnden Vorgaben, die der Staat, bzw. die Politik regeln muss – für die „Verbraucher*innen“ sowie für die Wirtschaft. Und schließlich ist da die Wirtschaft, die so wie die Einzelnen nach den Vorgaben handeln muss. Gewaltige Aufgaben. Eine Transformation auf voller „Front“, aber machbar. So der Bericht, der letztlich optimistisch ist.

Sechs große Bereiche, in denen „sich“  Vieles fundamental ändern muss  

1. Handeln muss nun jeder: zu aller erst jede/r von uns! Wie? Durch eine Umstellung unserer Art zu leben. Von allem weniger. Alles nachhaltig. Also in jedem Lebensbereich. Sparen. Reduzieren. Vermeiden.

Was? Den Fleischkonsum.  Neue Kleidung. Abfall-Vermeidung.  Die Körperpflege. Den Wasserverbrauch. Den Verbrauch an Energie für Heizung und Strom. Also auch den „Verbrauch“ an Medien, also abschalten, nicht permanent auf stand by.  Die gefahrenen Kilometer. Die Schnelligkeit, mit der wir unterwegs sind, wenn es das eigene Auto ist. Am Besten unter 100 km/h auf der Autobahn. Unter 80 km/h auf Landstraßen. 30 km/h in Städten. Hausbau und- Isolierung. Und und und.

Was hier exemplarisch genannt wird, ist in den nächsten Punkten auf gesellschaftlicher Ebene umzusetzen.

Die gesellschaftlich zu bewältigenden Felder

2. Abkehr von Kohle Öl und Gas durch Erneuerbare Energien in unmittelbarer Zukunft mit erhöhter Effizienz  und dem Ausstoß von weniger Emissionen. Der Bericht macht Hoffnung, das sei möglich.

3. Transformation der Gebäude und der Arbeitsprozesse und des Verkehrs zur Vermeidung des CO². Aber das wird allein noch nicht reichen.

4. Die Atmosphäre hat schon zu viel CO² gespeichert. Das muss ihr entzogen werden. Ggfs. muss es unterirdisch gespeichert werden. So wie jetzt in Mooren, am Meeresboden, im Permafrost-Boden. Also Renaturierung bzw. dort belassen.

5. Auch bei Industrieprozessen muss noch entstehendes CO² „abgefangen“ werden.

6. Die Börse und große Finanzanleger sind bereits dabei, Kapital auf ökologische Anlageformen umzulenken (vgl. hier). Das muss jetzt in großem Stil geschehen. Aber nicht durch sog. greenwashing, sondern durch Kapital, das wirklich der Transformation der Wirtschaft hilft. Die Kosten für den Umbau sind beachtlich. Aber  Einsparungen durch Vermeidung von Katastrophen müssen gegen gerechnet werden.

Abschlussbericht im März 2023

Von den Risiken für Ökosysteme und Menschen sind mittlerweile 3,3 bis 3,6 Milliarden Menschen betroffen. So starben im vorigen Jahrzehnt durch Überschwemmungen, Dürren und Stürme 15-mal mehr Menschen in besonders gefährdeten Regionen als in günstigen Verhältnissen. Im Vergleich zum letzten Bericht von 2014 stehen der Menschheit jedoch inzwischen „machbare, effektive und kostengünstige Optionen“ zur Abkehr von fossilen Energien und zu klimagerechtem Verhalten zur Verfügung.

Allerdings sind die konkreten Klimapläne der Staaten 1. nicht ehrgeizig genug. Und 2. werden die vorhandenen Pläne unzureichend umgesetzt, kritisiert der Bericht. Außerdem „Öffentliche und private Geldflüsse für fossile Energieträger sind immer noch größer als jene für Klimaschutz und Anpassung.“  Dafür seien noch im laufenden Jahrzehnt „um den Faktor drei bis sechs größere“ Investitionen nötig.

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Über die Autoren

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Dr. Jutta Lange-Quassowski

Der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Bernd-Peter Lange studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Bonn, wo er die 1. jur. Staatsprüfung 1963 ablegte. 1966 erwarb er den Diplom Volkswirt und wurde 1967 zum Dr. jur. promoviert.

Nach seiner Mitarbeit am Institut für Konzentrationsforschung an der Freien Universität Berlin hat er 1972 eine umfassende Analyse der Antitrust-Politik in de n USA veröffentlicht.

Zunächst war er drei Jahre als Assistenzprofessor am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der FU Berlin tätig. Von 1974 bis zu seiner Emeritierung 2004 hatte er einen Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie an der Universität Osnabrück. Neben der Lehrtätigkeit war er stark in der akademischen Selbstverwaltungengagiert. Gleichzeitig war er Mitglied in zahlreichen Kommissionen der wissenschaftlichen Politikberatung sowohl auf der Ebene einzelner Bundesländer wie auch auf der Ebene der Bundesrepublik.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Medienökonomie, Technik-Folgenabschätzung und Krisenanalysen aus wirtschaftlicher, sozialer und rechtlicher Sicht.

Eine neue Aufgabe

Von Anfang 1993 bis Ende 1999 war er beurlaubt, um das Europäische Medieninstitut in Düsseldorf als dessen Generaldirektor zu leiten. Das Institut hatte Mitarbeiter aus 12 verschiedenen Ländern. Schwerpunkte der Arbeit dort waren

  • die unabhängige Beobachtung der Medien bei Wahlen in zentral- und osteuropäischen Ländern im Auftrag der EU Kommission mit mehr als 30 umfassenden Missionen
  • die jährliche Veranstaltung eines europäischen Film- und Fernsehforums, jeweils in einem anderen europäischen Land und
  • die vergleichende Medienforschung.

Er hat zahlreiche Artikel und umfassende Publikationen zu den Forschungsschwerpunkten verfasst, sowie zu den Themen des Europäischen Medieninstituts.

Er ist Inhaber des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse seit Mai 2001.

Dr. Jutta Lange-Quassowski, seine Frau ist Diplom Politologin (Berlin) und promovierte in Göttingen zum Dr. disc. pol.

Sie leitete gut 25 Jahre die Ernst-Strassmann-Stiftung. Schwerpunkt der Arbeit war die Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit.

Zusätzlich ist sie kontinuierlich ehrenamtlich tätig und ist intensiv in die Arbeit an Europaedia eingebunden.

Sie sind glücklich verheiratet und haben 3 Söhne und 3 Enkelkinder.

Fakten, Mythen und die Seele Europas.

Bei Europaedia geht es um die verständliche Präsentation von Fakten und das Hinterfragen von Narrativen. Wir wollen nicht nur Probleme aufzeigen, sondern auch die „Seele“ der europäischen Gemeinschaft – ihre Kultur und Werte.

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