Planetare Grenzen: 6 von 9 sind bereits überschritten, 14.9.2023

Datum

26.5.2025

Lesezeit

3 Minuten

Autor

Autorin

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Über den Autor

Über die Autorin

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Gesundheitscheck der Erde vorgestellt

Im nunmehr dritten Bericht von Erdsystemforscher*innen konnte das internationale Team erstmals ein quantifiziertes Modell vorstellen. Alle neun planetaren Belastungsgrenzen sind nun berechenbar. Ihre Forschungen zeigen, dass die Widerstandsfähigkeit unseres Planeten schwindet. Die sechs planetaren Grenzen, die bereits überschritten sind spüren  wir z.T.. Die globale Erwärmung ist bereits in vielen Köpfen. Die Biosphäre betrifft unsere zu weit gehenden Eingriffe in die natürlichen Ressourcen. Die Entwaldung schreitet -trotz unseres Wissens um den vielfachen Wert unserer Wälder- fort. Die Schadstoffe (Plastik) vermüllen die Meere sowie viele Länder, in die wir sie exportieren. Stickstoffkreisläufe bestehen z.B. aus Jauche und Gülle, die wir auf die Felder als Dünger verteilen und die immer mehr die Atmosphäre belasten. Das Süßwasser wird knapp u.a. durch das Trockenlegen der Feuchtgebiete, durch Bautätigkeit und durch eine Landwirtschaft, die immer mehr mit Bewässerung arbeitet.

Der erste Bericht erschien 2009. Inzwischen ist der Druck globaler Prozesse auf diese Grenzen weiter gewachsen und bisher trotz einzelner Anstrengungen global nicht weniger geworden. Nicht jede Grenzüberschreitung ist für uns sofort sichtbar. Auch muss nicht jede Überschreitung unmittelbare Auswirkungen haben. Aber die Forscher können bisher nicht berechnen, wie schnell das Überschreiten einer bzw. mehrerer kritischer  Grenze(n) katastrophal werden kann.

Klimawandel und Biosphäre müssen zusammen gesehen werden

Es reicht nicht, z.B. den CO2-Verbrauch zu senken und weitere Maßnahmen zu ergreifen, um die Erderhitzung zu stoppen. Die Biosphäre ist die zweite Säule, auf die es ankommt. Deshalb müssen wir gleichzeitig  den Raubbau an der Natur einstellen bzw. rückgängig machen, wo immer das möglich ist.  Die Entwaldung muss gestoppt werden. Wir zerstören zu viele Lebensräume, entnehmen zu viel Biomasse usw.

Mit den Forschungen und den inzwischen möglichen Berechnungen ist aber ein Fortschritt verbunden. Die Forscher können nun recht genau aufzeigen, welche Maßnahmen die Politiker*innen und die Menschheit ergreifen müssen, um dem Patienten Erde zu helfen und Druck auf die Erde abzufedern. Der Erfinder des Modells, Johan Rockström, Direktor des Potsdamer Instituts für Klimafolgen-Forschung (PIK) sagt:  Es ist ein „echter Durchbruch, dass wir den sicheren Handlungsraum für die Menschheit auf der Erde nun wissenschaftlich quantifiziert haben…  Dieses Wissen zur Verfügung zu haben ist eine ausgezeichnete Grundlage dafür, durch systematischere Anstrengungen Schritt für Schritt die Widerstandsfähigkeit unseres Planeten zu schützen, erholen zu lassen und wieder herzustellen.“

Unumgängliche Schlussfolgerung

Es sind also systemische Anstrengungen der Politik notwendig. Jeder einzelne Politik-Bereich ist nicht nur gefordert, seinen Beitrag zur Schadensbegrenzung zu leisten. Sondern die Ressorts müssen auch viel mehr zusammenarbeiten. Die Aufhebung der Beitragspflicht jedes einzelnen Ressorts zur Reduktion z.B. von CO² ist kontraproduktiv und gegen die EU-Vorgaben, sowie gegen die einst beschlossenen Bundesgesetze.

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Über die Autoren

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Dr. Jutta Lange-Quassowski

Der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Bernd-Peter Lange studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Bonn, wo er die 1. jur. Staatsprüfung 1963 ablegte. 1966 erwarb er den Diplom Volkswirt und wurde 1967 zum Dr. jur. promoviert.

Nach seiner Mitarbeit am Institut für Konzentrationsforschung an der Freien Universität Berlin hat er 1972 eine umfassende Analyse der Antitrust-Politik in de n USA veröffentlicht.

Zunächst war er drei Jahre als Assistenzprofessor am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der FU Berlin tätig. Von 1974 bis zu seiner Emeritierung 2004 hatte er einen Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie an der Universität Osnabrück. Neben der Lehrtätigkeit war er stark in der akademischen Selbstverwaltungengagiert. Gleichzeitig war er Mitglied in zahlreichen Kommissionen der wissenschaftlichen Politikberatung sowohl auf der Ebene einzelner Bundesländer wie auch auf der Ebene der Bundesrepublik.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Medienökonomie, Technik-Folgenabschätzung und Krisenanalysen aus wirtschaftlicher, sozialer und rechtlicher Sicht.

Eine neue Aufgabe

Von Anfang 1993 bis Ende 1999 war er beurlaubt, um das Europäische Medieninstitut in Düsseldorf als dessen Generaldirektor zu leiten. Das Institut hatte Mitarbeiter aus 12 verschiedenen Ländern. Schwerpunkte der Arbeit dort waren

  • die unabhängige Beobachtung der Medien bei Wahlen in zentral- und osteuropäischen Ländern im Auftrag der EU Kommission mit mehr als 30 umfassenden Missionen
  • die jährliche Veranstaltung eines europäischen Film- und Fernsehforums, jeweils in einem anderen europäischen Land und
  • die vergleichende Medienforschung.

Er hat zahlreiche Artikel und umfassende Publikationen zu den Forschungsschwerpunkten verfasst, sowie zu den Themen des Europäischen Medieninstituts.

Er ist Inhaber des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse seit Mai 2001.

Dr. Jutta Lange-Quassowski, seine Frau ist Diplom Politologin (Berlin) und promovierte in Göttingen zum Dr. disc. pol.

Sie leitete gut 25 Jahre die Ernst-Strassmann-Stiftung. Schwerpunkt der Arbeit war die Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit.

Zusätzlich ist sie kontinuierlich ehrenamtlich tätig und ist intensiv in die Arbeit an Europaedia eingebunden.

Sie sind glücklich verheiratet und haben 3 Söhne und 3 Enkelkinder.

Fakten, Mythen und die Seele Europas.

Bei Europaedia geht es um die verständliche Präsentation von Fakten und das Hinterfragen von Narrativen. Wir wollen nicht nur Probleme aufzeigen, sondern auch die „Seele“ der europäischen Gemeinschaft – ihre Kultur und Werte.

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