Öffentlicher Angriff auf die jahrzehntelange deutsche Russlandpolitik, November 2024, Mai 2025

Datum

28.5.2025

Lesezeit

3 Minuten

Autor

Autorin

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Über den Autor

Über die Autorin

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Rede beim Festakt zu 35 Jahre Deutsche Einheit

Der Schriftsteller Marko Martin ist der Festredner. Und er liest der SPD, der deutschen Ost-Politik, Friedens-Predigern in Ost und West, die Leviten.  Und schließlich auch sehr deutlich dem Hausherren Frank-Walter Steinmeier (68). Der muss für seine Zeit als Außenminister kräftig einstecken.

Festredner Martin prangert an:  In Deutschland  vergessen, „dass der erste Stein aus der Berliner Mauer einst auf der Lenin-Werft in Danzig geschlagen wurde“.

Gemeint sind: die Proteste der Polen und ihrer Freiheitsbewegung „Solidarnosc“ (Solidarität). Das ist der Beginn des Umbruchs im Ostblock – und damit die Mutter der „Deutschen Einheit“.

M. Martin spannt den Bogen von SPD-Legende Egon Bahr (†2015) zu Steinmeier über Gerhard „Gas-Gerd“ Schröder (80). Und zum heutigen SPD-General-Sekretär Matthias Miersch (55).

Am Beispiel Bahrs macht Martin deutlich, wie die SPD für ein gutes Verhältnis zu Moskau die Bürgerbewegungen im Ostblock kalt abprallen ließ. Bahr habe 1982 Solidarnosc als „Gefahr für den Weltfrieden“ bezeichnet. Martin: „Eine wahnwitzige Infamie.“

Wikipedia schreibt über den Schriftsteller

Überzeugungstäters für eine liberale Demokratie.

Er befasst sich viel mit „unangepassten Intellektuellen des 20. Jahrhunderts, die schon frühzeitig vor totalitären Gefahren und rassistischen Mustern gewarnt haben“.

Und immer wieder äußert er sich auch zu jüdischen Themen und zur deutschen Verdruckstheit gegenüber Israel. Zum ersten Jahrestag des Terrorangriffs der Hamas auf Israel erschien das Buch Und es geschieht jetzt. Jüdisches Leben nach dem 7. Oktober.

In Ostdeutschland geboren, 1989 in den Westen gegangen, hat er ein feines Gespür für Unrecht und ein großes historisches Wissen. Außerdem ist er ein Weltbürger, der schon überall war.

Aufarbeitung durch die SPD – weiterhin Fehlanzeige

Zwar hat Lars Klingbeil gleich in der Nacht der vorgezogenen Bundestags-Wahl im Februar 2025 erfolgreich nach der Macht in der SPD gegriffen. Er war derjenige, der über Monate versucht hatte, seine Partei auf einen Kurs weg von der friedensbewegten Unterstützung Russlands zu führen. Aber der linke Flügel folgt dem vorsichtig distanzierten Kurs bis heute nicht wirklich. Nachzuvollziehen ist das am Verhalten von deren „Frontmännern“. Aber das konnte nur eine tiefgreifende Recherche aufdecken:

Zwei SPD-Exponenten (auch einige Vertreter der CDU) sind klammheimlich zu einer  Konferenz in Baku gefahren. Dort fand Mitte April die Wiederaufnahme oder Fortsetzung des sog. Petersburger Dialogs statt, 2001 von Gerhard Schröder u.a. geschaffen. Die SPD-Teilnehmer jetzt:  Ralf Stegner, weiter Bundestagsabgeordneter und Matthias Platzeck, einst Ministerpräsident von Brandenburg.

Als das Recherche-Netzwerk Kontraste die Reisen aufdeckte, hieß es, sie hätten rein privaten Charakter gehabt. Niemand als sie selbst hätte sie finanziert. Da es sich um rein private Gespräche gehandelt hätte, gäbe es auch nichts zu berichten. Und schließlich, als die Diskussion darum nicht abebbte, kam das wohl bekannte Argument: Schließlich müssten doch die Gesprächskanäle offen gehalten werden.

Die Aufhebung der Weitreichenbeschränkung

Ende Mai 2025 kam vom CDU-Bundeskanzler F. Merz die Bemerkung von der Aufhebung der Weitreichenbeschränkung der gelieferten Waffen für die Ukraine. Es war auf einem Treffen der sich von Russland bedroht fühlenden europäischen Nordländer. Wer reagierte sofort enerviert? Natürlich Herr Stegner,  sekundiert vom vorigen SPD-Fraktionsvorsitzenden: Ausgerechnet jetzt, wo man bei Friedensverhandlungen mit Russland sei… Stattdessen würde erneut über Eskalation gesprochen. Das sei „falsch.“

Ignoriert wird dabei, dass Russland seit Tagen die schärfsten und vernichtendsten Angriffe auf Kiew, Odessa und andere Städte fliegt. Und dass Russland selbst den Vorschlag des amerikanischen Präsidenten, der neue Papst möge die Friedensverhandlungen führen, ausgeschlagen hat.

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Über die Autoren

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Dr. Jutta Lange-Quassowski

Der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Bernd-Peter Lange studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Bonn, wo er die 1. jur. Staatsprüfung 1963 ablegte. 1966 erwarb er den Diplom Volkswirt und wurde 1967 zum Dr. jur. promoviert.

Nach seiner Mitarbeit am Institut für Konzentrationsforschung an der Freien Universität Berlin hat er 1972 eine umfassende Analyse der Antitrust-Politik in de n USA veröffentlicht.

Zunächst war er drei Jahre als Assistenzprofessor am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der FU Berlin tätig. Von 1974 bis zu seiner Emeritierung 2004 hatte er einen Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie an der Universität Osnabrück. Neben der Lehrtätigkeit war er stark in der akademischen Selbstverwaltungengagiert. Gleichzeitig war er Mitglied in zahlreichen Kommissionen der wissenschaftlichen Politikberatung sowohl auf der Ebene einzelner Bundesländer wie auch auf der Ebene der Bundesrepublik.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Medienökonomie, Technik-Folgenabschätzung und Krisenanalysen aus wirtschaftlicher, sozialer und rechtlicher Sicht.

Eine neue Aufgabe

Von Anfang 1993 bis Ende 1999 war er beurlaubt, um das Europäische Medieninstitut in Düsseldorf als dessen Generaldirektor zu leiten. Das Institut hatte Mitarbeiter aus 12 verschiedenen Ländern. Schwerpunkte der Arbeit dort waren

  • die unabhängige Beobachtung der Medien bei Wahlen in zentral- und osteuropäischen Ländern im Auftrag der EU Kommission mit mehr als 30 umfassenden Missionen
  • die jährliche Veranstaltung eines europäischen Film- und Fernsehforums, jeweils in einem anderen europäischen Land und
  • die vergleichende Medienforschung.

Er hat zahlreiche Artikel und umfassende Publikationen zu den Forschungsschwerpunkten verfasst, sowie zu den Themen des Europäischen Medieninstituts.

Er ist Inhaber des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse seit Mai 2001.

Dr. Jutta Lange-Quassowski, seine Frau ist Diplom Politologin (Berlin) und promovierte in Göttingen zum Dr. disc. pol.

Sie leitete gut 25 Jahre die Ernst-Strassmann-Stiftung. Schwerpunkt der Arbeit war die Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit.

Zusätzlich ist sie kontinuierlich ehrenamtlich tätig und ist intensiv in die Arbeit an Europaedia eingebunden.

Sie sind glücklich verheiratet und haben 3 Söhne und 3 Enkelkinder.

Fakten, Mythen und die Seele Europas.

Bei Europaedia geht es um die verständliche Präsentation von Fakten und das Hinterfragen von Narrativen. Wir wollen nicht nur Probleme aufzeigen, sondern auch die „Seele“ der europäischen Gemeinschaft – ihre Kultur und Werte.

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