Luftqualitäts-Richtlinie der EU mit Vorgaben ab 1.1. 2030, gültig ab Dez. 2024

Datum

30.6.2025

Lesezeit

3 Minuten

Autor

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Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Über den Autor

Über die Autorin

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Die Luftverschmutzung muss dringend gesenkt werden

Die alten Richtlinien sind mehr als 20 Jahre alt und die Belastung der Menschen ist in dieser Zeit erheblich gestiegen. Denn allein in der EU sterben jährlich frühzeitig etwa eine viertel Million Menschen an hoher Schadstoffbelastung der Luft. Das sind Aussagen der WHO (Weltgesundheitsorganisation). Großflächig passiert das z.B. durch die Verstromung von Kohle, s. Bild. Und nun sollen die EU-Staaten die Luftqualität den Empfehlungen der WHO in Zukunft schrittweise anpassen. Die neue Richtlinie  ist Teil des Green Deal. Die Staaten müssen sie deshalb in den nächsten zwei Jahren umsetzen.

Die erlaubten Grenzwerte werden strenger

Deren Einhaltung ist besonders an stark belasteten verkehrsnahen Standorten kontinuierlich zu überprüfen. Das bedeutet den Aufbau permanenter Überwachungsstationen einerseits. Aber auch  den Erlass der entsprechenden Maßnahmen zur Senkung des Ausstoßes der verschiedenen Umweltgifte. Und schließlich deren Durchsetzung und permanente Überwachung. Hier geht es besonders um die „durchschnittliche“ Belastung mit Stickstoffdioxid und Feinstaub (PM2,5). Insgesamt geht es allerdings um 11 Luftschadstoffe.

Was bei Überschreitung der Grenzwerte passiert

Schon bisher haben nicht alle Staaten alle Grenzwerte eingehalten bzw. einhalten können. So erwartet das Umweltbundesamt  im Jahr 2030 erneut Überschreitungen der dann strengeren Grenzwerte an verkehrsnahen Messstandorten für Feinstaub und Stickstoffoxid. Bisher haben betroffene Kommunen in solchen Fällen Luftreinhaltungspläne erstellt. In Zukunft müssen sie Luftqualitätspläne erstellen. Und sie müssen darüber hinaus Fristverschiebungen beantragen.  So haben Kommunen schon bisher z.B. Dieselfahrverbote ausgesprochen. In diesem Zusammenhang ist der eindeutige Beschluss des SPD-Parteitags vom Juni 2025, die Pipelines Northstream nicht wieder aktivieren zu wollen, ein wichtiges Signal. Denn nehmen der Kohle gehören Öl und damit Benzin und Diesel zu den die Bevölkerung unmittelbar am stärksten belastenden Giften außerhalb der durch die Landwirtschaft ausgebrachten.

Das Umweltbundesamt hält die Einhaltung der meisten Grenzwerte in Deutschland bis 2035 für möglich. Beim Feinstaub ist es allerdings skeptisch.

Weitere Entwicklungen

Nach neueren Erkenntnissen der Wissenschaft werden die bisher beschlossenen Grenzwerte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht ausreichen – zumal ja z.B. Glyphosat und die sog. Ewigkeitschemikalien (PFAS) für viele Jahre weiter zugelassen sind. Nun werden erschreckende neue Erkenntnisse veröffentlicht. Sie lassen ein viel größeres Schadensausmaß als bisher bekannt oder auch nur vermutet im menschlichen Gehirn erkennen – und zwar bereits von Kindheit an. Sind Menschen im Vergleich zu anderen vermehrt den genannten Giften ausgesetzt, neigen sie zu einem schleichenden Verlust von Gehirnzellen. Und das kann bedeuten, dass sie  – je nachdem, welchen Umweltbelastungen sie ausgesetzt sind –  deshalb eher bzw. früher Parkinson oder Alzheimer entwickeln können.

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Über die Autoren

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Dr. Jutta Lange-Quassowski

Der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Bernd-Peter Lange studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Bonn, wo er die 1. jur. Staatsprüfung 1963 ablegte. 1966 erwarb er den Diplom Volkswirt und wurde 1967 zum Dr. jur. promoviert.

Nach seiner Mitarbeit am Institut für Konzentrationsforschung an der Freien Universität Berlin hat er 1972 eine umfassende Analyse der Antitrust-Politik in de n USA veröffentlicht.

Zunächst war er drei Jahre als Assistenzprofessor am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der FU Berlin tätig. Von 1974 bis zu seiner Emeritierung 2004 hatte er einen Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie an der Universität Osnabrück. Neben der Lehrtätigkeit war er stark in der akademischen Selbstverwaltungengagiert. Gleichzeitig war er Mitglied in zahlreichen Kommissionen der wissenschaftlichen Politikberatung sowohl auf der Ebene einzelner Bundesländer wie auch auf der Ebene der Bundesrepublik.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Medienökonomie, Technik-Folgenabschätzung und Krisenanalysen aus wirtschaftlicher, sozialer und rechtlicher Sicht.

Eine neue Aufgabe

Von Anfang 1993 bis Ende 1999 war er beurlaubt, um das Europäische Medieninstitut in Düsseldorf als dessen Generaldirektor zu leiten. Das Institut hatte Mitarbeiter aus 12 verschiedenen Ländern. Schwerpunkte der Arbeit dort waren

  • die unabhängige Beobachtung der Medien bei Wahlen in zentral- und osteuropäischen Ländern im Auftrag der EU Kommission mit mehr als 30 umfassenden Missionen
  • die jährliche Veranstaltung eines europäischen Film- und Fernsehforums, jeweils in einem anderen europäischen Land und
  • die vergleichende Medienforschung.

Er hat zahlreiche Artikel und umfassende Publikationen zu den Forschungsschwerpunkten verfasst, sowie zu den Themen des Europäischen Medieninstituts.

Er ist Inhaber des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse seit Mai 2001.

Dr. Jutta Lange-Quassowski, seine Frau ist Diplom Politologin (Berlin) und promovierte in Göttingen zum Dr. disc. pol.

Sie leitete gut 25 Jahre die Ernst-Strassmann-Stiftung. Schwerpunkt der Arbeit war die Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit.

Zusätzlich ist sie kontinuierlich ehrenamtlich tätig und ist intensiv in die Arbeit an Europaedia eingebunden.

Sie sind glücklich verheiratet und haben 3 Söhne und 3 Enkelkinder.

Fakten, Mythen und die Seele Europas.

Bei Europaedia geht es um die verständliche Präsentation von Fakten und das Hinterfragen von Narrativen. Wir wollen nicht nur Probleme aufzeigen, sondern auch die „Seele“ der europäischen Gemeinschaft – ihre Kultur und Werte.

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