Kommentar der MdEP Christine Schneider, CDU-EVP zur Aktuellen Nachricht vom 24.10.2020 und zum Blog Agrarpolitik

Datum

11.11.2023

Lesezeit

3 Minuten

Autor

Autorin

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Über den Autor

Über die Autorin

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Da der Trilog zum Zeitpunkt ihrer Antwort noch nicht abgeschlossen war, schreibt sie:

„Aktuell kann ich Ihnen nur berichten, welche Regeln die Landwirtinnen  und Landwirte nach Sicht des Parlaments befolgen sollen.

Klar ist: Steuergelder sollen nur fließen, wenn die Landwirtinnen und Landwirte im Gegenzug auch Maßnahmen durchführen. Ich möchte noch einmal betonen: in der neuen GAP werden nach 2020 die Auszahlung der Direktzahlungen an die Erfüllung von Umweltleistungen gekoppelt sein. Jeder Euro an Steuergeldern muss also für nachhaltige Maßnahmen ausgegeben werden. Das ist neu – und so führen wir damit einen Systemwechsel in der Landwirtschaft herbei. Mit dieser erweiterten Konditionalität kommen wir den Forderungen für mehr Nachhaltigkeit in der GAP nach. Die Förderungen sind also keine reine Flächenprämie und auch kein bedingungsloses Grundeinkommen!

Resilienz der Landwirtschaft erhöhen

Die von Ihnen angesprochenen Öko-Regelungen sollen aus Parlamentssicht für die Mitgliedstaaten verpflichtend sein. Der Rat schlug zwar eine sogenannte Lernphase vor. Aber wir setzen uns für die Umsetzung der Öko-Regelungen von Anfang an ein.

Um Ernteausfällen und Klimakatastrophen entgegen zu wirken, soll in der neuen GAP ein Schwerpunkt auf Risikomanagement gelegt werden. Mit den neuen Öko-Regelungen soll die Resilienz unserer Landwirtschaft erhöht werden. Uns EU-Agrarpolitikerinnen und -politikern ist der Ernst der Lage bewusst, weswegen in der neuen GAP nun gilt: Steuergelder gibt es nur für nachhaltige Gegenleistungen.

Deckelung von Zahlungen

Um kleine und mittelgroße Betriebe zu fördern, schlagen wir einen Mix an Instrumenten vor: Die Deckelung von Zahlungen an natürliche Personen (1. Säule 500 000 €, 2. Säule 1 Mio €), die Kappung bei 100 000 €, die Degression ab 60 000 € sowie eine Umverteilung der Gelder. Mindestens 6 % der Direktzahlungen sollen für die ersten Hektare genutzt werden, wovon die kleineren Betriebe am stärksten profitieren.

Das Kontroll- und Governanz-System soll die Ergebnisse der (nachhaltigen) Leistungen der Landwirtinnen und Landwirte überprüfen und damit transparent machen. Langfristig sollen die Ergebnisse den Mitgliedstaaten helfen, die wirksamsten und nachhaltigsten Maßnahmen für ihre Regionen zu erkennen und anzubieten. Daher reden wir von einem Wandel zu einer leistungsorientieren Landwirtschaft.

Ich habe mich dafür eingesetzt, dass die neue GAP flexibler, nachhaltiger und grüner wird. Wie in jedem Kompromiss ist auch dieser Kompromiss womöglich nicht perfekt. Er wird jedoch meines Erachtens die Bäuerinnen und Bauern darin unterstützen, Umweltleistungen zu erbringen und gleichzeitig unsere Ernährungssicherheit zu gewährleisten.“

Europädia sagt

Leider wird das Ergebnis des Trilogs  nicht der Position des Parlamentes entsprechen. Dennoch haben wir uns über den Kommentar direkt aus der Partei der Europäischen Christdemokraten (EVP)  gefreut.  

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Über die Autoren

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Dr. Jutta Lange-Quassowski

Der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Bernd-Peter Lange studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Bonn, wo er die 1. jur. Staatsprüfung 1963 ablegte. 1966 erwarb er den Diplom Volkswirt und wurde 1967 zum Dr. jur. promoviert.

Nach seiner Mitarbeit am Institut für Konzentrationsforschung an der Freien Universität Berlin hat er 1972 eine umfassende Analyse der Antitrust-Politik in de n USA veröffentlicht.

Zunächst war er drei Jahre als Assistenzprofessor am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der FU Berlin tätig. Von 1974 bis zu seiner Emeritierung 2004 hatte er einen Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie an der Universität Osnabrück. Neben der Lehrtätigkeit war er stark in der akademischen Selbstverwaltungengagiert. Gleichzeitig war er Mitglied in zahlreichen Kommissionen der wissenschaftlichen Politikberatung sowohl auf der Ebene einzelner Bundesländer wie auch auf der Ebene der Bundesrepublik.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Medienökonomie, Technik-Folgenabschätzung und Krisenanalysen aus wirtschaftlicher, sozialer und rechtlicher Sicht.

Eine neue Aufgabe

Von Anfang 1993 bis Ende 1999 war er beurlaubt, um das Europäische Medieninstitut in Düsseldorf als dessen Generaldirektor zu leiten. Das Institut hatte Mitarbeiter aus 12 verschiedenen Ländern. Schwerpunkte der Arbeit dort waren

  • die unabhängige Beobachtung der Medien bei Wahlen in zentral- und osteuropäischen Ländern im Auftrag der EU Kommission mit mehr als 30 umfassenden Missionen
  • die jährliche Veranstaltung eines europäischen Film- und Fernsehforums, jeweils in einem anderen europäischen Land und
  • die vergleichende Medienforschung.

Er hat zahlreiche Artikel und umfassende Publikationen zu den Forschungsschwerpunkten verfasst, sowie zu den Themen des Europäischen Medieninstituts.

Er ist Inhaber des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse seit Mai 2001.

Dr. Jutta Lange-Quassowski, seine Frau ist Diplom Politologin (Berlin) und promovierte in Göttingen zum Dr. disc. pol.

Sie leitete gut 25 Jahre die Ernst-Strassmann-Stiftung. Schwerpunkt der Arbeit war die Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit.

Zusätzlich ist sie kontinuierlich ehrenamtlich tätig und ist intensiv in die Arbeit an Europaedia eingebunden.

Sie sind glücklich verheiratet und haben 3 Söhne und 3 Enkelkinder.

Fakten, Mythen und die Seele Europas.

Bei Europaedia geht es um die verständliche Präsentation von Fakten und das Hinterfragen von Narrativen. Wir wollen nicht nur Probleme aufzeigen, sondern auch die „Seele“ der europäischen Gemeinschaft – ihre Kultur und Werte.

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