Europäischer Sozialfonds unterstützt Wiederaufbau nach Flutkatastrophe

Datum

15.9.2025

Lesezeit

3 Minuten

Autor

Autorin

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Über den Autor

Über die Autorin

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Der Solidaritätsfonds der EU

Dieser Fonds agiert im Rahmen der europäischen Regional- und Kohäsionspolitik.  Die EU hat seine Aufgaben in letzter Zeit beträchtlich ausgedehnt. Heute schreibt das EU-Parlament dazu: Der Fonds ermöglicht es der EU, einen Mitgliedstaat, einen Staat, über dessen Beitritt verhandelt wird, oder eine Region im Fall einer Naturkatastrophe größeren Ausmaßes finanziell zu unterstützen. Das betrifft die  Bewältigung der Folgen von Überschwemmungen, Waldbränden, Erdbeben, Stürmen oder Dürren.  Die EU hat den Fonds 2002 eingerichtet. Seit 2020 kann der Solidaritätsfonds auch bei  Notlagen größeren Ausmaßes im Bereich der öffentlichen Gesundheit wie der COVID-19-Pandemie eingreifen.

All das geschieht allerdings nicht unmittelbar, sondern erst in einer Phase der Erneuerung. Seit 2021 werden der Solidaritätsfonds sowie die Reserve für Soforthilfen als ein Instrument finanziert, das die Bezeichnung Solidaritäts- und Soforthilfereserve (SEAR) trägt. Im Dezember 2024 wurde die Verordnung hinsichtlich der Regionalen Soforthilfe für den Wiederaufbau (RESTORE) angenommen. Diese soll von solchen Ereignissen 2024 und 2025 betroffenen Staaten helfen. Das erlaubt ihnen,  Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), dem Kohäsionsfonds und dem Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) umzuschichten.

EU-Hilfe bei der Bewältigung der Schäden von 2024

Aufgrund der großen Erwärmung des Mittelmeeres sind die Staaten in Ostmittel-Europa auf der Höhe des Sommers 2024 von massiven, nicht enden wollenden Starkregen-Ereignissen betroffen worden. Die betroffenen Länder mussten ihre Anträge innerhalb von 12 Wochen nach der Katastrophe stellen. Die entsprechenden EU-Stellen haben die Anträge geprüft und sie dann dem EU-Parlament sowie dem Rat vorgelegt. Dieser Prozess ist nun abgeschlossen. Er hat dazu geführt, dass die EU jetzt den sechs Ländern Bosnien-Herzegowina und Moldawien, Österreich und auch Polen, der Slowakei und Tschechien Hilfe beim Wiederaufbau zusagt. Sie will zu diesem Zweck nun gut 280 Mill. Euro mobilisieren (Newsletter der Europa-Gruppe der Grünen via Action Network).

Diskussionen um den Fortbestand des Europäischen Sozialfonds

Im Zusammenhang mit einem von ganz rechts initiiertem Misstrauensvotum gegen die Kommissionspräsidentin v.d. Leyen Anfang Juni 25 hat es Verhandlungen zwischen ihr und den sozialdemokratischen Kräften gegeben. Denn aufgrund der häufigen Abstimmungen der EVP mit den weiter rechts stehenden Parteien ist der Ärger um die Haltung der Präsidentin bei Sozialdemokraten und Grünen stark gewachsen. Da die Präsidentin jedoch ohne Letztere keine valide Mehrheit hat, haben Letztere die Situation zu Gesprächen mit ihr genutzt. Dabei ging es ihnen darum, ihren eigenen Schwerpunkten Gewicht zu verleihen und ihr Zugeständnisse abzuringen.

Und ein Punkt ist der Europäische Sozialfonds. Offenbar gab es Vorstellungen, diesen im nächsten EU-Haushalt nicht mehr in der ursprünglich geplanten Form der Unterstützung beizubehalten. Dabei ging es wie früher ausgeführt um Berufsbildungs- und Sozialintegrationsmaßnahmen. Nun berichtet die Vorsitzende der EU-Sozialdemokraten davon, dass die Präsidenten ihr diese Weiterführung für den nächsten EU-Haushalt  zugesagt habe. Und zwar in der Höhe von 150 Milliarden.

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Über die Autoren

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Dr. Jutta Lange-Quassowski

Der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Bernd-Peter Lange studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Bonn, wo er die 1. jur. Staatsprüfung 1963 ablegte. 1966 erwarb er den Diplom Volkswirt und wurde 1967 zum Dr. jur. promoviert.

Nach seiner Mitarbeit am Institut für Konzentrationsforschung an der Freien Universität Berlin hat er 1972 eine umfassende Analyse der Antitrust-Politik in de n USA veröffentlicht.

Zunächst war er drei Jahre als Assistenzprofessor am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der FU Berlin tätig. Von 1974 bis zu seiner Emeritierung 2004 hatte er einen Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie an der Universität Osnabrück. Neben der Lehrtätigkeit war er stark in der akademischen Selbstverwaltungengagiert. Gleichzeitig war er Mitglied in zahlreichen Kommissionen der wissenschaftlichen Politikberatung sowohl auf der Ebene einzelner Bundesländer wie auch auf der Ebene der Bundesrepublik.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Medienökonomie, Technik-Folgenabschätzung und Krisenanalysen aus wirtschaftlicher, sozialer und rechtlicher Sicht.

Eine neue Aufgabe

Von Anfang 1993 bis Ende 1999 war er beurlaubt, um das Europäische Medieninstitut in Düsseldorf als dessen Generaldirektor zu leiten. Das Institut hatte Mitarbeiter aus 12 verschiedenen Ländern. Schwerpunkte der Arbeit dort waren

  • die unabhängige Beobachtung der Medien bei Wahlen in zentral- und osteuropäischen Ländern im Auftrag der EU Kommission mit mehr als 30 umfassenden Missionen
  • die jährliche Veranstaltung eines europäischen Film- und Fernsehforums, jeweils in einem anderen europäischen Land und
  • die vergleichende Medienforschung.

Er hat zahlreiche Artikel und umfassende Publikationen zu den Forschungsschwerpunkten verfasst, sowie zu den Themen des Europäischen Medieninstituts.

Er ist Inhaber des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse seit Mai 2001.

Dr. Jutta Lange-Quassowski, seine Frau ist Diplom Politologin (Berlin) und promovierte in Göttingen zum Dr. disc. pol.

Sie leitete gut 25 Jahre die Ernst-Strassmann-Stiftung. Schwerpunkt der Arbeit war die Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit.

Zusätzlich ist sie kontinuierlich ehrenamtlich tätig und ist intensiv in die Arbeit an Europaedia eingebunden.

Sie sind glücklich verheiratet und haben 3 Söhne und 3 Enkelkinder.

Fakten, Mythen und die Seele Europas.

Bei Europaedia geht es um die verständliche Präsentation von Fakten und das Hinterfragen von Narrativen. Wir wollen nicht nur Probleme aufzeigen, sondern auch die „Seele“ der europäischen Gemeinschaft – ihre Kultur und Werte.

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