Europäischer Bürgerpreis geht 2023 an die Ukraine

Datum

28.5.2025

Lesezeit

4 Minuten

Autor

Autorin

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Über den Autor

Über die Autorin

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Jährlich vergebener Preis an viele Projekte in Mitgliedsstaaten

Seit 2008 vergibt das Europäische Parlament den Europäischen Bürgerpreis. Erhalten können ihn sogar mehrere Projekte eines Landes. Eine Person sowie eine Gruppe, eine Organisation oder eine Initiative, auch ein Unternehmen kann die Auszeichnung erhalten. Verliehen wird sie für „außergewöhnliches Engagement für ein besseres gegenseitiges Verständnis und mehr Integration in der Europäischen Union“(Wikipedia). Auch der Einsatz für die europäische Zusammenarbeit und die Förderung der gemeinsamen Werte kann ausgezeichnet werden. Bewerben kann sich jeder. Auch Vorschläge können aus der Bevölkerung kommen.

Viele Bewerbungen bzw. Vorschläge

Über 200 Vorschläge sind für den Preis von 2023 aus ganz Europa eingegangen. Die erste Bewertung findet in dem Staat, in dem die Vorschläge gemacht werden, statt. Dort bestehen die nationalen Jurys aus mindestens drei Mitgliedern des Europäischen Parlaments, sowie einem/r Vertreter*in einer nationalen zivilgesellschaftlichen Organisation und einem/r Vertreter*in einer nationalen Jugendorganisation. Dieses Gremium kann – ohne Rangordnung – höchstens fünf mögliche Preisträger aus seinem Mitgliedstaat vorschlagen. Sie sind nicht auf sich allein gestellt, sondern Verbindungsbüros des Europäischen Parlaments unterstützen das Gremium bei der Auswahl der vorgeschlagenen Preisträger. Ein eigenes Gremium des Parlaments – hochrangig besetzt – entscheidet dann über die Preisträger.

Die Preise zur Ukrainehilfe im Jahr 2023

In diesem Jahr hat die EU jeweils ein bis zwei Projekte in den Mitgliedsstaaten ausgezeichnet. Davon hat sie allein in fünf Ländern Projekte zur Unterstützung der Ukraine  ausgewählt. Es sind Aktionen in Bulgarien: „Generatoren für die Ukraine“; Tschechien: „Leben im Köfferchen, Unterstützung und Integration von Kindern und Familie aus dem Nachbarland“; Slowenien: „Hilfe für Waisenkinder und Flüchtlinge aus der Ukraine“; Luxemburg: „Ukraine is calling“ und schließlich Deutschland: „Nothilfe Ukraine“.

Das deutsche Projekt kommt aus Regensburg von Space-Eye

Space-Eye existiert als Organisation für schnelle Hilfe schon länger. Besonders Michael Buschheuer steht schon seit Jahren in vorderster Linie der Initiatoren von Hilfe für Flüchtlinge. Und so hat der Familienvater jetzt für die Ukraine mit dem Helfer-Team Hilfskonvois mit lebensnotwendigen Gütern mit 50 LKWs im Wert von 1,5 Mill. Euro auf den Weg schicken können.  Überdies hat das Team – immer in Gang gesetzt von M. Buschheuer – zu der Partnerstadt von Regensburg Odessa eine Busbrücke installiert. Über diese haben sie nach Kriegsbeginn allein in den ersten sechs Wochen über 1500 Menschen in Sicherheit gebracht, besonders Menschen, die sich nicht selbst helfen konnten. Dafür haben die Helfer*innen in und um Regensburg  Wohnungen sowie Betreuung organisiert. Die Organisation nimmt auch Spenden entgegen und stellt dafür Quittungen fürs Finanzamt aus:  space-eye.org/spenden.

Beispiele anderer Preisträger in anderen Ländern

In Belgien zeichnet die EU ein Projekt aus, das sich mit Trisomie 21 befasst. In Zypern hat sie das „Jährliche Pride-Festival auf Zypern“   ausgewählt. Sowohl in Dänemark wie auch in  Frankreich haben sich besonders europäisch gesonnene Bürger*innen jeweils ein Projekt ausgedacht, das helfen soll, die EU und vor allem ihre Bürger*innen näher zusammenwachsen zu lassen. In Frankreich erarbeitet die Fernsehjournalistin Audrey Vuétaz für jede Woche einen Podcast mit einem Thema, das den Franzosen und Französinnen die EU näher bringen soll – ähnlich wie unser europaedia das erreichen möchte. Nur dass ein Podcast vermutlich immer relativ knapp gehalten wird.

Der  9. Mai, der Europatag soll ein Tag werden, an dem überall in der EU gesungen wird

In Dänemark hat die Organisation: „Verein für das Liederbuch der Europäischen Organisation“ ein „Europäisches Liederbuch“ erarbeitet. Verschiedene Musikorganisationen hatten sich im Vorfeld auf sechs Musikkategorien geeinigt. Danach waren wir Europäer*innen acht Jahre lang aufgefordert, pro Staat sechs Lieder aus unseren Ländern einzureichen.  Zu den schließlich insgesamt 162 ausgewählten Liedern kommt noch die Europahymne hinzu. Aber nicht nur das: alle Lieder wurden dann in singbares Englisch übersetzt. An dem Prozess haben 87000 Menschen mitgewirkt. Damit alle mitsingen können, hat der Verein eine kostenlose App gestaltet. Diese soll in der Zukunft zu Konzerten und Sing-Festivals am 9. Mai anregen. Die Website des Vereins lautet   www.eu-songbook.org.

Der Europäische Bürgerpreis ist eine gute Idee. Er hat sicherlich Potential, um zu mehr Identifikation mit Europa zu führen.

Quelle: u.a. der Newsletter presse-berlin@europarl.europa.eu vom 11.9.2023

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Über die Autoren

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Dr. Jutta Lange-Quassowski

Der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Bernd-Peter Lange studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Bonn, wo er die 1. jur. Staatsprüfung 1963 ablegte. 1966 erwarb er den Diplom Volkswirt und wurde 1967 zum Dr. jur. promoviert.

Nach seiner Mitarbeit am Institut für Konzentrationsforschung an der Freien Universität Berlin hat er 1972 eine umfassende Analyse der Antitrust-Politik in de n USA veröffentlicht.

Zunächst war er drei Jahre als Assistenzprofessor am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der FU Berlin tätig. Von 1974 bis zu seiner Emeritierung 2004 hatte er einen Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie an der Universität Osnabrück. Neben der Lehrtätigkeit war er stark in der akademischen Selbstverwaltungengagiert. Gleichzeitig war er Mitglied in zahlreichen Kommissionen der wissenschaftlichen Politikberatung sowohl auf der Ebene einzelner Bundesländer wie auch auf der Ebene der Bundesrepublik.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Medienökonomie, Technik-Folgenabschätzung und Krisenanalysen aus wirtschaftlicher, sozialer und rechtlicher Sicht.

Eine neue Aufgabe

Von Anfang 1993 bis Ende 1999 war er beurlaubt, um das Europäische Medieninstitut in Düsseldorf als dessen Generaldirektor zu leiten. Das Institut hatte Mitarbeiter aus 12 verschiedenen Ländern. Schwerpunkte der Arbeit dort waren

  • die unabhängige Beobachtung der Medien bei Wahlen in zentral- und osteuropäischen Ländern im Auftrag der EU Kommission mit mehr als 30 umfassenden Missionen
  • die jährliche Veranstaltung eines europäischen Film- und Fernsehforums, jeweils in einem anderen europäischen Land und
  • die vergleichende Medienforschung.

Er hat zahlreiche Artikel und umfassende Publikationen zu den Forschungsschwerpunkten verfasst, sowie zu den Themen des Europäischen Medieninstituts.

Er ist Inhaber des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse seit Mai 2001.

Dr. Jutta Lange-Quassowski, seine Frau ist Diplom Politologin (Berlin) und promovierte in Göttingen zum Dr. disc. pol.

Sie leitete gut 25 Jahre die Ernst-Strassmann-Stiftung. Schwerpunkt der Arbeit war die Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit.

Zusätzlich ist sie kontinuierlich ehrenamtlich tätig und ist intensiv in die Arbeit an Europaedia eingebunden.

Sie sind glücklich verheiratet und haben 3 Söhne und 3 Enkelkinder.

Fakten, Mythen und die Seele Europas.

Bei Europaedia geht es um die verständliche Präsentation von Fakten und das Hinterfragen von Narrativen. Wir wollen nicht nur Probleme aufzeigen, sondern auch die „Seele“ der europäischen Gemeinschaft – ihre Kultur und Werte.

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