EU-Klimazustandsbericht 2024, Arktisschmelze 2025, Klimaziele 2040, Alarm der EU-Umweltbehörde

Datum

3.10.2025

Lesezeit

6 Minuten

Autor

Autorin

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Über den Autor

Über die Autorin

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Die jährliche Zusammenfassung der EU für das Jahr 2024

Schon das Jahr 2023, so der Bericht,  war ein extrem warmes Jahr mit vielen Rekorde brechenden Wetter-Anomalien. Die fanden damals besonders rund um das Mittelmeer statt mit außergewöhnlich starken Regenfällen und entsprechend hohen Überschwemmungen und Todesfällen.

Das Jahr 2024 folgte dem voran gegangenen zu warmen Jahr erneut mit extrem hohen Temperaturen. Und diese lagen nun nicht nur regional vor, sondern global mit einer Temperatur von 1,5 Grad über dem vor-industriellen Zeitalter. In Paris aber hatte sich die Welt 2015 darauf geeinigt, dass diese 1.5 Grad Erderwärmung eine Grenze und damit ein Kipppunkt seien. Diesen sollte die Welt deshalb nicht überschreiten,  da sonst nicht oder nur schlecht beherrschbare Wetterereignisse die Folgen seien.

Dies schickt der Bericht voraus, um dann konkret für 2024 zu benennen: „Viele globale Rekorde wurden gebrochen: einerseits der für die Treibhausgaswerte und der für die Luft- , als auch der für die Oberflächen-Meerestemperatur.“ Und das  habe deshalb zu vielen Extrem-Ereignissen geführt wie Überschwemmungen, Hitzewellen und großflächigen Bränden. Und damit kein Zweifel aufkommt, resümiert der Bericht: All dies unterstreicht den sich verstärkenden Einfluss des menschengemachten Klimawandels.

Was konkret für Europa gilt

Die mittlere Temperatur für Europa lag bei 10,69 Grad Celsius. Das waren schon 1,47 °C mehr als im Zeitraum von 1991 bis 2020, aber vor allem 2,92° C über dem Basiszeitraum von 1850 -1900.

Schließlich waren alle vier Jahreszeiten wärmer als der bisherige Durchschnitt. Dabei stachen das Frühjahr und der Sommer besonders hervor. Beide Jahreszeiten lagen 1,5° bzw. 1,54° C über der durchschnittlichen Temperatur  zwischen 1990 und 2020. Vor allem in Mittel-Europa, im Osten und im Südosten war es so warm, dass sich die zu hohen Temperaturen für ganz Europa ergaben.

Europa hat sich seit den 1980er Jahren doppelt so schnell erwärmt wie der globale Durchschnitt“, sagte Samantha Burgess, die stellvertretende Direktorin des Klimawandeldiensts Copernicus. „Damit ist es der Kontinent, der sich am schnellsten erwärmt.“

Der Klimawandeldienst des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus und die Weltorganisation für Meteorologie WMO haben den Bericht gemeinsam erstellt und vorgelegt.

Bewertung des Berichts

Eine kritische Bewertung des Berichts kommt aus der Springerpresse. Nach dem Motto: warum gibt es so einen Bericht gerade jetzt!

Dazu ist ganz einfach zu sagen: es gibt diesen Bericht in jedem Jahr. Er zeigt unglaublich viele Statistiken, sowohl globale als auch europäische. Die alle kann man sich anschauen und kann seine eigenen Schlüsse daraus ziehen. Sie werden aber natürlich auch von den Wissenschaftlern des Berichts erläutert.

Und ausgerechnet die Bayerische Staatsregierung informiert ausführlich darüber. Damit kann man die sog. kritische Bewertung der Springerpresse als das ablegen, was man dazu weiß:  Hinter dem Springerkonzern steht die Öl-Lobby.

Immerhin sind die katastrophalen Folgen der Wetterextreme kaum noch von jemandem zu übersehen. Sie lassen sich schon fast vor jedermanns Haustür beobachten. Sogar manche Kommune hat inzwischen begonnen, sich Gedanken zu machen, wie sie ihre Bürger*innen in Zukunft vor Überhitzung oder vor Wassermangel schützen kann.

Die Krise ist also jetzt schon da

So lautet eine andere Bewertung. Dazu ein nur paar weitere Fakten. Der IPCC, der Weltklimarat hat nicht nur gemessen, dass der Klimawandel in allen Regionen der Welt Auswirkungen auf viele Wetter- und Klimaextreme hat. Sondern: die Zahl der Meereshitzewellen hat sich seit Mitte des 20. Jahrhunderts verdoppelt. Das ist nicht nur besonders besorgniserregend. Denn der die Kontinente umspannende Ozean nimmt 1. ein Drittel aller CO²-Emissionen auf. Sondern  2. nimmt er auch neun Zehntel ( 9/10.) der Hitze aus der Luft auf. Das ist dramatisch, denn 3. erwärmt er sich weiter. Und da jedes zusätzliche  Grad Celsius der Luft sieben % (Prozent) mehr Wasserdampf aufnehmen kann, ist jeweils nur noch die Frage, über welchen Landflächen sich die nächsten Sturzfluten entladen werden.

„Unerwartet“ starke Arktisschmelze im Sommer 2025

Die Schrumpfung des Eisschildes der Arktis hat im Juni 2025 ein besonders starkes Ausmaß erreicht. Die Daten, gemessen von Severe Weather Europe, zeigen die aktuelle Bedeckung im Vergleich zu der von 2024. Diese hat um eine Fläche so groß wie Frankreich abgenommen. Das sind 600 000 km². Und da das Eis an den Rändern besonders instabil ist und wegbricht, wird der Sommer wohl kaum zu einer Stabilisierung beitragen.

Klimaziele der EU

Bis 2030 sollen die Bemühungen der Staaten zu einer Reduktion der Treibhausgasemissionen  um 55 % gegenüber 1990 führen. Welche individuelle Maßnahme wohl am meisten dabei hilft? Angeblich die, aufs Auto zu verzichten (nach der Quelle Wynes/Nicholas, 2017, Environ.Res.Lett.12/07)

Im Rahmen der Initiative der Kommission vom Febr. 2024 wird der energie- und klimapolitische Rahmen für die Zeit nach 2030  vorgeschlagen, aber noch keine entsprechende Bewertung vorgenommen. Dieser künftige Rahmen wird in den kommenden Jahren entwickelt und bewertet, um das Ziel für 2040 zu erreichen. Anfang Juli 2025 hat die Kommission ihren Vorschlag für das Zwischenziel 2040 vorgelegt. Das soll helfen, die Klimaneutralität 2050 zu erreichen.

In Anbetracht der zunehmend bedrohlichen Wetterereignisse möchte die Kommission nun  festschreiben, dass 2040 bereits 90% der Emissionen gesenkt sein müssen. Die derzeitige Aktualisierung der Entwürfe der nationalen Energie- und Klimapläne sei ein Schlüsselelement bei der Überwachung der Fortschritte, „verlangt“ die Kommission. Und sie selbst schätzt die Erreichung dieses Ziel, das sie gerne festschreiben möchte, als schwer zu erreichen ein. Deshalb will sie „erlauben“, dass bis zu 3% der Einsparungen, die in Ländern außerhalb der EU entstehen, angerechnet werden dürfen durch Klima-Zertifikate. Das könnten z.B. eingesparte Emissionen durch einen Wind- oder einen Solarpark sein. Aber festgelegt ist das bisher nicht. Also kann es sich dabei auch um Greenwashing-Praktiken der europäischen Industrie handeln.

Das EU-Parlament sowie die EU-Staaten müssen sich nun zu diesem Vorschlag äußern und im Trilog eine gemeinsame Entscheidung herbeiführen. Viel Stoff für Diskussion. In dem Zusammenhang war in Dtld. schon zu lesen, dass man den jährlichen Bericht doch abschaffen könne… Stichwort: Bürokratieabbau…

30.9.2025: Europas Umwelt in schlechtem Zustand

Die Europäische Umweltbehörde schlägt Alarm: Die Natur des Kontinents sei von Zerstörung, Übernutzung und Verlust der biologischen Vielfalt betroffen. Die Ziele des Green Deal müssten unbedingt umgesetzt werden.

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Über die Autoren

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Dr. Jutta Lange-Quassowski

Der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Bernd-Peter Lange studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Bonn, wo er die 1. jur. Staatsprüfung 1963 ablegte. 1966 erwarb er den Diplom Volkswirt und wurde 1967 zum Dr. jur. promoviert.

Nach seiner Mitarbeit am Institut für Konzentrationsforschung an der Freien Universität Berlin hat er 1972 eine umfassende Analyse der Antitrust-Politik in de n USA veröffentlicht.

Zunächst war er drei Jahre als Assistenzprofessor am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der FU Berlin tätig. Von 1974 bis zu seiner Emeritierung 2004 hatte er einen Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie an der Universität Osnabrück. Neben der Lehrtätigkeit war er stark in der akademischen Selbstverwaltungengagiert. Gleichzeitig war er Mitglied in zahlreichen Kommissionen der wissenschaftlichen Politikberatung sowohl auf der Ebene einzelner Bundesländer wie auch auf der Ebene der Bundesrepublik.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Medienökonomie, Technik-Folgenabschätzung und Krisenanalysen aus wirtschaftlicher, sozialer und rechtlicher Sicht.

Eine neue Aufgabe

Von Anfang 1993 bis Ende 1999 war er beurlaubt, um das Europäische Medieninstitut in Düsseldorf als dessen Generaldirektor zu leiten. Das Institut hatte Mitarbeiter aus 12 verschiedenen Ländern. Schwerpunkte der Arbeit dort waren

  • die unabhängige Beobachtung der Medien bei Wahlen in zentral- und osteuropäischen Ländern im Auftrag der EU Kommission mit mehr als 30 umfassenden Missionen
  • die jährliche Veranstaltung eines europäischen Film- und Fernsehforums, jeweils in einem anderen europäischen Land und
  • die vergleichende Medienforschung.

Er hat zahlreiche Artikel und umfassende Publikationen zu den Forschungsschwerpunkten verfasst, sowie zu den Themen des Europäischen Medieninstituts.

Er ist Inhaber des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse seit Mai 2001.

Dr. Jutta Lange-Quassowski, seine Frau ist Diplom Politologin (Berlin) und promovierte in Göttingen zum Dr. disc. pol.

Sie leitete gut 25 Jahre die Ernst-Strassmann-Stiftung. Schwerpunkt der Arbeit war die Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit.

Zusätzlich ist sie kontinuierlich ehrenamtlich tätig und ist intensiv in die Arbeit an Europaedia eingebunden.

Sie sind glücklich verheiratet und haben 3 Söhne und 3 Enkelkinder.

Fakten, Mythen und die Seele Europas.

Bei Europaedia geht es um die verständliche Präsentation von Fakten und das Hinterfragen von Narrativen. Wir wollen nicht nur Probleme aufzeigen, sondern auch die „Seele“ der europäischen Gemeinschaft – ihre Kultur und Werte.

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