CSRD Nachhaltigkeits-Gesetz, Abschwächung stark verschärft und Brandmauer durchbrochen

Datum

18.12.2025

Lesezeit

2 Minuten

Autor

Autorin

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Über den Autor

Über die Autorin

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

CSRD: Abschwächung stark verschärft

Bezogen auf die Abschwächung des Nachhaltigkeits-Gesetzes (CSRD) war zunächst – in der gescheiterten Abstimmung vom 22.10.2025 im EU-Parlament –  von einer Schwelle von 1000 Mitarbeitern ausgegangen worden, bzw. von 1750, wenn es den im Ausschuss ausgehandelten Kompromiss mit Sozialdemokraten und Grünen auch im Parlament gegeben hätte.

In den Verhandlungen danach kam dann aber kein Kompromiss der sog. v.d.Leyen-Koalition mehr zustande. Die Parteien der losen „Koalition“ gingen schließlich ohne  eine gemeinsame Linie in die Verhandlung.

Für die EU-Parlaments-Sitzung am 13.11.25 sind jedoch Änderungs-Anträge von rechten Parteien zusammen mit den „Patrioten“ gekommen. Die gingen nun von einer Schwelle von 5000 Mitarbeiter*innen aus. Und statt von einem Jahresumsatz von 450 Millionen Euro geht der dann tatsächlich mit den Rechten verabschiedete Entwurf von einer Verdreifachung des Umsatzes, von 1,5 Milliarden Euro Umsatz aus. Das bedeutet, nur noch sehr große Unternehmen, die über diesen Schwellen liegen, müssen demnächst über Auswirkungen ihrer Tätigkeiten auf Umwelt und Menschenrechte berichten.

Die Berichte in den TV-Medien sprechen von Änderungen am Lieferketten-Gesetz, die in den Online-Medien von Änderungen an der Nachhaltigkeits-Berichterstattung. Aber diese Gesetze hängen ohnehin eng zusammen und gehören beide zum Omnibus Nr. 1.

Das Abstimmungsverhalten und die Brandmauer

Auf der Rechtsaußen-Seite des EU-Parlaments ist der Jubel über diese für sie geglückte Abstimmung riesig. Dies sei die erste „legislative Abstimmung“, die zusammen mit ihnen stattgefunden habe. Die „Patrioten für Europa“ schreiben selbst in ihrer Mitteilung, dass damit die sog. Brandmauer durchbrochen worden sei. Offenbar hat es vor der Sitzung auch Kontakte von Manfred Weber, dem EVP-Vorsitzenden und den „Patrioten“ gegeben.

Während es zwischen der konservativen EVP und der EKR von Meloni, den Europäischen Konservativen und den sog. Reformern schon mehrfach gemeinsame Abstimmungen gegeben hat, umfasst die neue Zusammenarbeit im Gegensatz dazu sogar die AFD und andere extreme Parteien. Die rechte Parlaments-Mehrheit wird die „Manfred Mehrheit“ genannt. Das verschweigt bzw. vertuscht, dass nun die Zustimmung aller rechter Parteien des EU-Parlaments erfolgte – 428 Stimmen – , d.h. auch die Stimmen der ESN – Europa Souveräner Nationen, d.h. auch der AFD und anderer rechtsextremer Parteien, die Europa ablehnen.

Abschwächung von Nachhaltigkeit und Lieferketten Gesetzen voll durchgesetzt

Am 16.12.2025 hat das EU-Parlament den Omnibus Nr. 1 mit seiner in dieser Periode überragenden rechten Parlamentsmehrheit final verabschiedet. Die verschärfte Abschwächung gilt offenbar gleichermaßen -bezogen auf die Größenordnungen- für die beiden zusammenhängenden Bereiche.

Artikel teilen
Link kopiert

Über die Autoren

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Dr. Jutta Lange-Quassowski

Der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Bernd-Peter Lange studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Bonn, wo er die 1. jur. Staatsprüfung 1963 ablegte. 1966 erwarb er den Diplom Volkswirt und wurde 1967 zum Dr. jur. promoviert.

Nach seiner Mitarbeit am Institut für Konzentrationsforschung an der Freien Universität Berlin hat er 1972 eine umfassende Analyse der Antitrust-Politik in de n USA veröffentlicht.

Zunächst war er drei Jahre als Assistenzprofessor am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der FU Berlin tätig. Von 1974 bis zu seiner Emeritierung 2004 hatte er einen Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie an der Universität Osnabrück. Neben der Lehrtätigkeit war er stark in der akademischen Selbstverwaltungengagiert. Gleichzeitig war er Mitglied in zahlreichen Kommissionen der wissenschaftlichen Politikberatung sowohl auf der Ebene einzelner Bundesländer wie auch auf der Ebene der Bundesrepublik.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Medienökonomie, Technik-Folgenabschätzung und Krisenanalysen aus wirtschaftlicher, sozialer und rechtlicher Sicht.

Eine neue Aufgabe

Von Anfang 1993 bis Ende 1999 war er beurlaubt, um das Europäische Medieninstitut in Düsseldorf als dessen Generaldirektor zu leiten. Das Institut hatte Mitarbeiter aus 12 verschiedenen Ländern. Schwerpunkte der Arbeit dort waren

  • die unabhängige Beobachtung der Medien bei Wahlen in zentral- und osteuropäischen Ländern im Auftrag der EU Kommission mit mehr als 30 umfassenden Missionen
  • die jährliche Veranstaltung eines europäischen Film- und Fernsehforums, jeweils in einem anderen europäischen Land und
  • die vergleichende Medienforschung.

Er hat zahlreiche Artikel und umfassende Publikationen zu den Forschungsschwerpunkten verfasst, sowie zu den Themen des Europäischen Medieninstituts.

Er ist Inhaber des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse seit Mai 2001.

Dr. Jutta Lange-Quassowski, seine Frau ist Diplom Politologin (Berlin) und promovierte in Göttingen zum Dr. disc. pol.

Sie leitete gut 25 Jahre die Ernst-Strassmann-Stiftung. Schwerpunkt der Arbeit war die Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit.

Zusätzlich ist sie kontinuierlich ehrenamtlich tätig und ist intensiv in die Arbeit an Europaedia eingebunden.

Sie sind glücklich verheiratet und haben 3 Söhne und 3 Enkelkinder.

Fakten, Mythen und die Seele Europas.

Bei Europaedia geht es um die verständliche Präsentation von Fakten und das Hinterfragen von Narrativen. Wir wollen nicht nur Probleme aufzeigen, sondern auch die „Seele“ der europäischen Gemeinschaft – ihre Kultur und Werte.

Wir verwenden Cookies und ähnliche Technologien, um das Nutzererlebnis auf unserer Website zu verbessern, den Datenverkehr zu analysieren und Inhalte zu personalisieren. Dabei werden auch personenbezogene Daten (z. B. IP-Adressen) verarbeitet und ggf. an Drittanbieter weitergegeben.

Akzeptieren
Ablehnen
Manuell konfigurieren

Datenschutz-Einstellungen

Essentielle Cookies

Erforderlich

Auswahl speichern
Alle akzeptieren
Thank you! Your submission has been received!
Oops! Something went wrong while submitting the form.