BNW: Gastbeitrag von Dr. Katharina Reuter

Datum

5.11.2025

Lesezeit

3 Minuten

Autor

Autorin

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Über den Autor

Über die Autorin

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Dr. Katharina Reuter macht als Geschäftsführerin des Bundesverbands Nachhaltige Wirtschaft (BNW) die politische Stimme der zukunftsorientierten Wirtschaft laut. Die promovierte Agrarökonomin und Zukunftslobbyistin war zuvor als Geschäftsführerin der Klima-Allianz Deutschland tätig. Sie ist Co-Gründerin der Entrepreneurs For Future und der European Sustainable Business Federation (Ecopreneur.eu). Ihre Expertise ist u.a. in der Jury des Deutschen Umweltpreises und in verschiedenen Beiräten gefragt. Ehrenamtlich engagiert sich Reuter im Aufsichtsrat der Regionalwert AG Berlin-Brandenburg. 2025: Inzwischen hat sie eine Honorar-Professur für nachhaltige Wirtschaft an der Alanus-Hochschule.

Der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft (BNW e.V.) ist seit 1992 die politische Stimme für eine nachhaltige Wirtschaft. Der unabhängige Unternehmensverband setzt sich für Umwelt- und Klimaschutz ein, ist als gemeinnützig anerkannt und führt eine Reihe von Bildungsprojekten durch. Der Verband und seine 500 Mitgliedsunternehmen (2025 = 700 Mitgliedsunternehmen) zeigen: Wirtschaft, Soziales und Ökologie gehören zusammen. Immer wieder initiiert und koordiniert der BNW Bewegungen wie die Wirtschaftsinitiative Entrepreneur For Future. Über seinen europäischen Dachverband Ecopreneur.eu bezieht der Verein  www.bnw-bundesverband.de   auch in Brüssel Stellung.

Eine nachhaltige Wirtschaft braucht wahre Preise

Dr. Katharina Reuter, BNW,  © Stephan Roehl

Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind heute aus der Mitte der Wirtschaft nicht mehr wegzudenken. Das ewige Bild, das die klassischen Industrieverbände malen, Klimaschutz sei eine Last, kann endlich abgelöst werden. Denn auch der Wirtschaftsstandort Deutschland braucht den Klimaschutz – und immer mehr Unternehmen fordern daher eine vorausschauende Standortpolitik.

Bisher und  auch weiterhin noch wird klimaschädliches Verhalten noch subventioniert

Unsere Wirtschaft ist abhängig von natürlichen Ressourcen wie unseren Böden, Wäldern und Gewässern. Und große Volkswirtschaften wie China oder die USA haben den Ausbau von Klimaschutztechnologien längst als wirtschaftliche Chance begriffen.

Das Problem ist, dass der Markt sich nicht selbst regulieren kann, weil eine falsche Preispolitik herrscht. Klimaschädliches Verhalten wird subventioniert. So gibt es zum Beispiel eine Mineralölsteuer, aber Kerosin oder Plastik aus Erdöl werden gar nicht besteuert. Zudem zahlen wir als Konsumentinnen und Konsumenten bei konventionellen Produkten nicht den wahren Preis, der alle sozialen und ökologischen Kosten beinhaltet.  Das muss sich ändern! Eine nachhaltige Wirtschaft braucht wahre Preise.

Blick auf Lieferketten

Ein konkretes Beispiel ist die Produktion eines Fast-Fashion-Shirts, welches zu sehr günstigen Preisen angeboten wird. Hier sind die Kosten für die Menschenrechte und Nachhaltigkeit nicht eingerechnet. Unternehmen, die darauf in der Lieferkette achten, müssen ihre Produkte teurer anbieten und haben dadurch einen Nachteil am Markt. Das ist unfair und falsch.

Klimafreundliche Produkte preiswerter machen

Damit zukünftig alles, was gut fürs Klima ist, auch preiswerter für die Konsument:innen ist, müssen wir das bestehende System komplett umdrehen. Dies gelingt, indem es höhere Abgaben für alles gibt, was dem Klima schadet. Im Gegenzug können dann klimafreundlich produzierte Produkte beispielsweise mit einer reduzierten Mehrwertsteuer unterstützt werden.

Die Politik muss den Rahmen setzen

Da die Politik die notwendigen Rahmenbedingungen für alle gesellschaftlichen Akteure schafft, ist sie auch hier gefragt. Ein wichtiger Hebel ist beispielsweise die Abschaffung klimaschädlicher Subventionen Die Wirtschaft ist an vielen Stellen schon weiter als die Politik – daher hat auch die alte Ausrede ausgedient, die Wirtschaft sei vom Klimaschutz überfordert. Und immer mehr juristische Entscheidungen, wie zum Beispiel der Beschluss des Bundesverfassungsgerichts zum Klimaschutz, zwingen die Politik dazu, drastischere Klimaschutzmaßnahmen zu ergreifen.

Gemeinsam kann die sozial-ökologische Transformation der Wirtschaft gelingen – aber nur, wenn die Politik dafür sorgt, dass es auch einen fairen Markt für ökologische und soziale Nachhaltigkeit und für Klimaschutz gibt.

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Über die Autoren

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Dr. Jutta Lange-Quassowski

Der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Bernd-Peter Lange studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Bonn, wo er die 1. jur. Staatsprüfung 1963 ablegte. 1966 erwarb er den Diplom Volkswirt und wurde 1967 zum Dr. jur. promoviert.

Nach seiner Mitarbeit am Institut für Konzentrationsforschung an der Freien Universität Berlin hat er 1972 eine umfassende Analyse der Antitrust-Politik in de n USA veröffentlicht.

Zunächst war er drei Jahre als Assistenzprofessor am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der FU Berlin tätig. Von 1974 bis zu seiner Emeritierung 2004 hatte er einen Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie an der Universität Osnabrück. Neben der Lehrtätigkeit war er stark in der akademischen Selbstverwaltungengagiert. Gleichzeitig war er Mitglied in zahlreichen Kommissionen der wissenschaftlichen Politikberatung sowohl auf der Ebene einzelner Bundesländer wie auch auf der Ebene der Bundesrepublik.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Medienökonomie, Technik-Folgenabschätzung und Krisenanalysen aus wirtschaftlicher, sozialer und rechtlicher Sicht.

Eine neue Aufgabe

Von Anfang 1993 bis Ende 1999 war er beurlaubt, um das Europäische Medieninstitut in Düsseldorf als dessen Generaldirektor zu leiten. Das Institut hatte Mitarbeiter aus 12 verschiedenen Ländern. Schwerpunkte der Arbeit dort waren

  • die unabhängige Beobachtung der Medien bei Wahlen in zentral- und osteuropäischen Ländern im Auftrag der EU Kommission mit mehr als 30 umfassenden Missionen
  • die jährliche Veranstaltung eines europäischen Film- und Fernsehforums, jeweils in einem anderen europäischen Land und
  • die vergleichende Medienforschung.

Er hat zahlreiche Artikel und umfassende Publikationen zu den Forschungsschwerpunkten verfasst, sowie zu den Themen des Europäischen Medieninstituts.

Er ist Inhaber des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse seit Mai 2001.

Dr. Jutta Lange-Quassowski, seine Frau ist Diplom Politologin (Berlin) und promovierte in Göttingen zum Dr. disc. pol.

Sie leitete gut 25 Jahre die Ernst-Strassmann-Stiftung. Schwerpunkt der Arbeit war die Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit.

Zusätzlich ist sie kontinuierlich ehrenamtlich tätig und ist intensiv in die Arbeit an Europaedia eingebunden.

Sie sind glücklich verheiratet und haben 3 Söhne und 3 Enkelkinder.

Fakten, Mythen und die Seele Europas.

Bei Europaedia geht es um die verständliche Präsentation von Fakten und das Hinterfragen von Narrativen. Wir wollen nicht nur Probleme aufzeigen, sondern auch die „Seele“ der europäischen Gemeinschaft – ihre Kultur und Werte.

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