AMLA, Anti-Geldwäsche-Behörde der EU nimmt Mitte 2025 ihre Arbeit auf

Datum

2.7.2025

Lesezeit

3 Minuten

Autor

Autorin

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

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Über die Autorin

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Die  Anti-Money Laundering Authority (AMLA)

Die neue Behörde ist Teil eines umfassenden EU-Pakets zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung vom Juli 2021. Denn zunächst will die EU ein einheitliches EU-Regelwerk zur Bekämpfung der beiden Tatbestände schaffen.

Nun schafft die EU – vier Jahre nach Verabschiedung des Gesetzes zur europaweit einheitlichen Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus – erstmals eine ausgewiesene Behörde zur Durchsetzung und Überwachung ihrer gesetzlichen Vorgaben. Diese soll dann später die einheitliche Anwendung der Rechtsvorschriften gemeinsam mit den Aufsichtsbehörden der Mitgliedsstaaten sicherstellen. Und ihre Aufgabe ist es außerdem, die Zusammenarbeit zwischen den nationalen Financial Intelligence Units zu stärken. Diese doppelte Aufgabe soll zu strategischen Synergien führen, wie ihre neue Vorsitzende kürzlich ausführte.

Und Mairead McGuinness, Kommissarin für Finanzdienstleistungen, Finanzstabilität und die Kapitalmarktunion äußerte: „Zum ersten Mal werden alle Mitgliedstaaten an dieselben Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche gebunden sein, und die AMLA wird eine Schlüsselrolle bei der Gewährleistung einer einheitlichen Anwendung dieser Vorschriften spielen.“

Die Behörde kommt nach Deutschland

Die Sitze von dezentralen Agenturen wurden in der Vergangenheit in den meisten Fällen von den Mitgliedstaaten festgelegt. Allerdings führte das im Laufe der Zeit zur Anwendung unterschiedlicher Verfahren. Wohl deshalb hat sich der Europäischen Gerichtshof, der EuGH mit dem Problem befasst. Und in seinem Urteil vom 14. Juli 2022 hat er klargestellt: Der Unionsgesetzgeber soll die Zuständigkeit für die Festlegung des Sitzes einer EU-Agentur haben. Danach konnte der Bewerbungsprozess beginnen.

Für den Sitz der AMLA  haben sich daraufhin acht Länder  beworben. Das EU-Parlament und der Rat haben jetzt im Juni 2025 erstmals entsprechend dem Urteil entschieden: Die AMLA wird ihr Zuhause in Frankfurt haben, wo ja bereits die EZB, die Europäische Zentralbank angesiedelt ist. Und sie wird im Messeturm residieren, in den obersten Etagen.

Aufnahme ihrer Arbeit

Zum 1. Juni 2025 hat der Europäische Rat nun auch vier hauptamtliche Mitglieder des Executive Boards benannt, zwei Damen und zwei Herren. Die Vorsitzende hat einen Vize. (Die Staaten, aus denen sie kommen, sind nicht genannt.)

Bis 2027 soll die Behörde in Europa 40 Institutionen bestimmt haben, für deren Aufsicht sie zuständig ist. Bis Ende des Jahres 2027 soll ihr Staff, also ihre Mitarbeiter berufen sein. Die  Mitarbeiterzahl soll dann ca. 430 Personen betragen. Ab 1. Januar 2028 soll die neue Behörde dann voll arbeitsfähig sein.

Kritik an der AMLA

Bevor die Behörde installiert ist, wird im Internet bereits gewarnt vor der „EU-Superbehörde, die unser Vermögen kontrollieren will“. Sie sei mit Vollmachten ausgestattet, „die selbst George Orwell für übertrieben gehalten hätte“. Es ginge um eine totale Kontrolle über unser Privateigentum. Angesprochen sind damit erkennbar nur super Reiche. Denn schließlich werde nun mit der AMLA „der Vollstrecker eines bereits seit Jahren vorbereiteten Systems zur lückenlosen Vermögensüberwachung“ installiert. All dies wird offensichtlich geschrieben, um an das  ach so `bedrohte´ Geld der Superreichen heranzukommen. Denn die AMLA werde „zur mächtigsten Enteignungsmaschine Europas“ werden usw.

Die sehr viel realere Befürchtung derjenigen, die die Geldwäsche endlich begrenzen möchten, ist eine ganz andere:  1. dass die AMLA sehr spät kommt. 2. dass sie mit „nur“ 40 Institutionen in der EU, die sie überwachen soll, längst nicht an alle wichtigen Institutionen und auch nicht an die entscheidenden Personen herankommen wird.

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Über die Autoren

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Dr. Jutta Lange-Quassowski

Der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Bernd-Peter Lange studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Bonn, wo er die 1. jur. Staatsprüfung 1963 ablegte. 1966 erwarb er den Diplom Volkswirt und wurde 1967 zum Dr. jur. promoviert.

Nach seiner Mitarbeit am Institut für Konzentrationsforschung an der Freien Universität Berlin hat er 1972 eine umfassende Analyse der Antitrust-Politik in de n USA veröffentlicht.

Zunächst war er drei Jahre als Assistenzprofessor am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der FU Berlin tätig. Von 1974 bis zu seiner Emeritierung 2004 hatte er einen Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie an der Universität Osnabrück. Neben der Lehrtätigkeit war er stark in der akademischen Selbstverwaltungengagiert. Gleichzeitig war er Mitglied in zahlreichen Kommissionen der wissenschaftlichen Politikberatung sowohl auf der Ebene einzelner Bundesländer wie auch auf der Ebene der Bundesrepublik.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Medienökonomie, Technik-Folgenabschätzung und Krisenanalysen aus wirtschaftlicher, sozialer und rechtlicher Sicht.

Eine neue Aufgabe

Von Anfang 1993 bis Ende 1999 war er beurlaubt, um das Europäische Medieninstitut in Düsseldorf als dessen Generaldirektor zu leiten. Das Institut hatte Mitarbeiter aus 12 verschiedenen Ländern. Schwerpunkte der Arbeit dort waren

  • die unabhängige Beobachtung der Medien bei Wahlen in zentral- und osteuropäischen Ländern im Auftrag der EU Kommission mit mehr als 30 umfassenden Missionen
  • die jährliche Veranstaltung eines europäischen Film- und Fernsehforums, jeweils in einem anderen europäischen Land und
  • die vergleichende Medienforschung.

Er hat zahlreiche Artikel und umfassende Publikationen zu den Forschungsschwerpunkten verfasst, sowie zu den Themen des Europäischen Medieninstituts.

Er ist Inhaber des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse seit Mai 2001.

Dr. Jutta Lange-Quassowski, seine Frau ist Diplom Politologin (Berlin) und promovierte in Göttingen zum Dr. disc. pol.

Sie leitete gut 25 Jahre die Ernst-Strassmann-Stiftung. Schwerpunkt der Arbeit war die Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit.

Zusätzlich ist sie kontinuierlich ehrenamtlich tätig und ist intensiv in die Arbeit an Europaedia eingebunden.

Sie sind glücklich verheiratet und haben 3 Söhne und 3 Enkelkinder.

Fakten, Mythen und die Seele Europas.

Bei Europaedia geht es um die verständliche Präsentation von Fakten und das Hinterfragen von Narrativen. Wir wollen nicht nur Probleme aufzeigen, sondern auch die „Seele“ der europäischen Gemeinschaft – ihre Kultur und Werte.

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