ACI, die sog. Bazooka zum Schutz der EU-Länder vor wirtschaftlichem Zwang

Datum

29.1.2026

Lesezeit

3 Minuten

Autor

Autorin

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Über den Autor

Über die Autorin

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Vorab stellt sich -für alle Nicht-Militärs- die Frage, was eine Bazooka ist. Das ist eine Panzer-Abwehrwaffe. Sie ist ein tragbarer  amerikanischer Mehrfach-Raketenwerfer auch gegen Bunker einsetzbar. Sie benötigt zwei Soldaten zur Bedienung.

Die neue „Waffe“ der EU im „Handelskrieg“

Dieses EU-Gesetz ist bereits im Dez. 2023 in Kraft getreten. Aber erst jetzt ist oft davon zu hören. Was hat es damit auf sich?

Die Verordnung zum Schutz der EU vor wirtschaftlichem Zwang durch Drittländer hat die EU als Anti-Zwangs-Instrument geschaffen: das Anti-Coercion-Instrument (ACI).

Zunächst tat die EU das eher, um gewappnet zu sein, falls z.B. China Handelsbeschränkungen gegen die EU ausspricht. Gedacht hat die EU dabei z.B. an einen möglichen chinesischen Stopp bei der Lieferung von sog. seltenen Erden. Bei geopolitischen Auseinandersetzungen z.B. um Taiwan ist das ein durchaus einzukalkulierendes Scenario. Denn viele dieser Metalle braucht die Europäische Wirtschaft nicht nur für all die digitale Technik, die ja erst im Anfang ihres Aufbaus steht. Sondern auch fast alle modernen Waffensysteme sind auf mehrere dieser Mineralien angewiesen. Und China ist durchaus dabei, massiven Einfluss auf die Verwendung seiner „Schätze“ zu nehmen. China möchte konkrete Pläne haben, was wo in welcher Menge eingebaut wird usw.

Ziel dieses Instrumentes ist es zunächst, die Gegenseite mit der Drohung es anzuwenden zur Zurücknahme seiner Zwangsmaßnahmen in den Bereichen Handel und Investitionen zu bewegen. Gelingt das allerdings nicht, wird die EU selbst Gegenmaßnahmen ergreifen. Das können hohe Zölle sein oder Einfuhr- bzw. Ausfuhrlizenzen. Auch Beschränkungen des Dienstleistungsverkehr sind möglich. Und die EU kann den Zugang zu Direktinvestitionen bzw. zu öffentlichen Aufträgen verwehren.

Bisher hat die EU keine Zwangsmaßnahme in Kraft setzen müssen. Der Rat kann sie – wenn nötig – mit qualifizierter Mehrheit beschließen.

Die Bazooka im Gespräch

Erst im Januar 2026 ist einigermaßen überraschend überall von der Bazooka die Rede. Was ist passiert?

Zunächst hatte der amerikanische Präsident Trump in Venezuela bzw. aus Venezuela dessen -nicht rechtmäßig im Amt befindlichen- Präsidenten Maduro in einer Nacht- und Nebel-Aktion entführen lassen. Schon vorher ließ er ständig aus der Luft Boote oder Yachten versenken mit der Behauptung, es handele sich um Drogenschmuggel. All das zeigte sehr deutlich, dass Trump bereit ist, militärische Gewalt anzuwenden.

Mit dem Neuen Jahr ging Trump dazu über, Grönland als amerikanischen Besitz zu fordern. Damit stieß er in Europa und besonders in Dänemark auf gemeinschaftliche Absage. Also verschärfte er seine Rhetorik und drohte an, sich Grönland notfalls mit Gewalt anzueignen. Aufgescheuchte Alliierte – alle sind gemeinsam in der NATO – begannen daraufhin mit Überlegungen, wie sie dem begegnen und Trump zur Räson bringen könnten.

Und in dem Zusammenhang wurde und wird allerorten über die Bazooka, die die EU nun rausholen müsse, geschrieben und gesprochen. Zwar hat Trump vorerst beigedreht. Aber vermutlich aus anderen Gründen…Denn vom Tisch sind die amerikanischen Begehrlichkeiten keineswegs. Der amerikanische Finanzminister Scott Bessent z.B. droht mit einem Verrat an der Ukraine, um Europa zu  bestrafen und so Grönland zu gewinnen.

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Über die Autoren

Prof. Dr. Bernd-Peter Lange

Dr. Jutta Lange-Quassowski

Der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Bernd-Peter Lange studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Bonn, wo er die 1. jur. Staatsprüfung 1963 ablegte. 1966 erwarb er den Diplom Volkswirt und wurde 1967 zum Dr. jur. promoviert.

Nach seiner Mitarbeit am Institut für Konzentrationsforschung an der Freien Universität Berlin hat er 1972 eine umfassende Analyse der Antitrust-Politik in de n USA veröffentlicht.

Zunächst war er drei Jahre als Assistenzprofessor am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der FU Berlin tätig. Von 1974 bis zu seiner Emeritierung 2004 hatte er einen Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie an der Universität Osnabrück. Neben der Lehrtätigkeit war er stark in der akademischen Selbstverwaltungengagiert. Gleichzeitig war er Mitglied in zahlreichen Kommissionen der wissenschaftlichen Politikberatung sowohl auf der Ebene einzelner Bundesländer wie auch auf der Ebene der Bundesrepublik.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Medienökonomie, Technik-Folgenabschätzung und Krisenanalysen aus wirtschaftlicher, sozialer und rechtlicher Sicht.

Eine neue Aufgabe

Von Anfang 1993 bis Ende 1999 war er beurlaubt, um das Europäische Medieninstitut in Düsseldorf als dessen Generaldirektor zu leiten. Das Institut hatte Mitarbeiter aus 12 verschiedenen Ländern. Schwerpunkte der Arbeit dort waren

  • die unabhängige Beobachtung der Medien bei Wahlen in zentral- und osteuropäischen Ländern im Auftrag der EU Kommission mit mehr als 30 umfassenden Missionen
  • die jährliche Veranstaltung eines europäischen Film- und Fernsehforums, jeweils in einem anderen europäischen Land und
  • die vergleichende Medienforschung.

Er hat zahlreiche Artikel und umfassende Publikationen zu den Forschungsschwerpunkten verfasst, sowie zu den Themen des Europäischen Medieninstituts.

Er ist Inhaber des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse seit Mai 2001.

Dr. Jutta Lange-Quassowski, seine Frau ist Diplom Politologin (Berlin) und promovierte in Göttingen zum Dr. disc. pol.

Sie leitete gut 25 Jahre die Ernst-Strassmann-Stiftung. Schwerpunkt der Arbeit war die Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit.

Zusätzlich ist sie kontinuierlich ehrenamtlich tätig und ist intensiv in die Arbeit an Europaedia eingebunden.

Sie sind glücklich verheiratet und haben 3 Söhne und 3 Enkelkinder.

Fakten, Mythen und die Seele Europas.

Bei Europaedia geht es um die verständliche Präsentation von Fakten und das Hinterfragen von Narrativen. Wir wollen nicht nur Probleme aufzeigen, sondern auch die „Seele“ der europäischen Gemeinschaft – ihre Kultur und Werte.

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